Austrian Airlines dünnt Flugplan wegen Pilotenmangel aus

20.05.2016 - 08:07 0 Kommentare

Bei der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines fehlen Piloten. Folge: ein ausgedünnter Flugplan und eine verstärkte Suche nach neuen Cockpit-Besatzungen. Dabei gab es das Problem bereits vor einem Jahr.

Austrian-Airlines-Mitarbeiter vor einer Embraer der Airline. - © © Austrian Airlines -

Austrian-Airlines-Mitarbeiter vor einer Embraer der Airline. © Austrian Airlines

Bei Austrian Airlines fehlen derzeit Piloten. Deshalb müssen allein im Juni 150 Flüge gestrichen werden, bestätigte Airline-Presseprecher Peter Thier auf Nachfrage von airliners.de einen entsprechenden Medienbericht. Auch für Juli und August sei ein ausgedünnter Flugplan nicht ausgeschlossen.

Als Hauptgrund für das Fehlen von Piloten nannte er die Umflottung von Fokker- auf Embraer-Flugzeuge. Der Umfang des dazu nötigen "Umschulungskarussels" der Cockpitbesatzungen sei schlichtweg unterschätzt worden, sagte Thier. "Da hätten wir konservativer planen sollen." Er betonte allerdings, dass die für Juni gestrichenen Flüge nur etwa ein Prozent des geplanten Austrian-Flugprogramms ausmachen würden.

Im laufenden Jahr sollen 400 statt 200 Flugbegleiter und 160 statt 100 Piloten eingestellt werden, hatte Austrian Airlines bereits zuvor mitgeteilt. Etwa die Hälfte sei bereits rekrutiert, sagte Thier. Weitere Piloten würden noch gesucht.

Um im Sommer den Flugplan zu stabilisieren, solle ein weiterer Wet-Lease-Partner gewonnen werden. Entsprechende Gespräche würden derzeit laufen. In diesem Jahr arbeitet Austrian Airlines bereits mit Condor und Adria Airways auf dieser Basis zusammen.

Dutzende Flugausfälle bereits im Juli

Das Personalproblem ist für die österreichische Fluggesellschaft nicht neu. Crewmangel hatte bereits im Juli vergangenen Jahres bei Austrian Airlines zu dutzenden Flugausfällen geführt. Als Gründe waren damals ein ambitioniertes Flugprogramm sowie eine Reihe an Krankmeldungen - und bereits damals das Umschulungsprogramm für die Piloten auf die Embraer-Flugzeuge genannt worden.

Erst vor wenigen Tagen hatten nicht nur Piloten, sondern auch Vertreter der Cabin Crews vor Personalmangel bei der Konzernmutter Lufthansa gewarnt.

© dpa, Valentin Gensch Lesen Sie auch: Lufthansa-Crews warnen vor Personalengpässen

Von: gk
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