Austrian-Airlines-Chef zürnt wegen mehr Wien-Dubai-Kapazitäten

15.09.2016 - 16:27 0 Kommentare

Der Chef der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines hat jetzt das österreichische Verkehrsministerium scharf kritisiert. Dieses hatte Emirates mehr Dubai-Wien-Kapazitäten zugestanden. Damit würden andere Austrian-Langstrecken unter Druck geraten, so Kay Kratky.

Kay Kratky - © © Lufthansa Group -

Kay Kratky © Lufthansa Group

Ungewöhnlich scharf hat jetzt Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky eine Entscheidung des österreichischen Verkehrsministeriums kritisiert. Dieses hatte Emirates mehr Dubai-Wien-Passagierkapazitäten zugestanden.

Wenn man "Überkapazitäten zulässt in einen fremden, ich würde fast sagen feindlichen Hub" dann würden auch Austrian-Direktverbindungen auf der Langstrecke unter Druck geraten, so Kratky einem Medienbericht zufolge während eines Luftfahrtsymposiums. Aufgrund des Drucks durch Emirates hatte sich Austrian Airlines bereits vor einem Jahr von der Strecke Wien-Dubai verabschiedet.

Mit seinen Äußerungen kritisierte Kratky, dass Emirates auf der Dubai-Wien-Verbindung einen Airbus A380 einsetzt. Dieser sei nur sinnvoll zu füllen, wenn andere Ziele mit einem Zwischenstopp in Dubai billig gemacht würden.

Bei den 14 wöchentlichen Flügen auf der Strecke - wie es seit 2014 der Fall ist - bleibe es aber weiterhin, betonte ein Sprecher des österreichischen Verkehrsministeriums auf Nachfrage von airliners.de. Den Einsatz einer A380 am Flughafen Wien habe das Ministerium als Luftfahrtbehörde genehmigen müssen und dem Airport die Zulassung dafür erteilt. Bereits beim Luftfahrtsymposium hatte eine Vertreterin des Ministeriums erklärt, dass es nicht in dessen Ermessen liege, welchen Maschinentyp eine Airline einsetzt.

© AirTeamImages.com, Stuart Lawson Lesen Sie auch: Wie sich der Flughafen Wien an die A380 anpasst

Derzeit kommt Emirates bei den angebotenen Kapazitäten am Flughafen Wien auf 1,7 Prozent - Austrian Airlines hingegen auf rund 47 Prozent. Alle Airlines der Lufthansa-Gruppe kommen zusammen sogar auf fast 60 Prozent.

Angebotene Kapazitäten am Flughafen Wien
Sitzplatzkapazitäten in Prozent
Austrian Airlines 46.47
Niki 10.79
Air Berlin 5.00
Lufthansa 3.60
Eurowings/Germanwings 5.12
Easyjet 2.11
Turkish Airlines 1.91
British Airways 1.88
Emirates 1.74
Swiss 1.34
restliche Airlines 20.05

Die Grafik zeigt die von den Airlines angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Flughafen Wien, und zwar in der Woche vom 19. bis 26. September. (Quelle:ch-aviation.com)

Während in der österreichischen Haupstadt der Streit um arabische Konkurrenz derzeit wieder hochkocht, geht die Lufthansa momentan einen anderen Weg. Ihre Verhandlungen über die Übernahme der dezentralen Air-Berlin-Kapazitäten befinden sich laut einem Medienbericht derzeit in der finalen Phase. Zu dem Geschäft soll auch eine Zusammenarbeit von Lufthansa und dem Air-Berlin-Großaktionär Etihad Airways gehören.

Von: gk
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