Australische Regierung für Zerschlagung der Qantas

04.03.2014 - 13:04 0 Kommentare

Die in Turbulenzen geratene Qantas soll in zwei Unternehmen aufgeteilt werden. Nach hohen Verlusten sieht Australiens Regierung darin eine Überlebensmöglichkeit. Die Opposition ist vehement dagegen.

Boeing 737-800 im Aborigini-Lack - © © Qantas -

Boeing 737-800 im Aborigini-Lack © Qantas

Die australische Regierung will den Weg für eine Zerschlagung der in Turbulenzen geratenen Qantas in separate Unternehmen für heimische und internationale Routen frei machen. Das sagte Premierminister Tony Abbott am Montagabend (Ortszeit). Das Kabinett wolle das Gesetz kippen, das vorschreibt, dass die 93 Jahre alte Qantas mehrheitlich in australischer Hand bleiben muss. Die Auflage gilt seit der Teilprivatisierung vor 15 Jahren, weil die Airline von vielen Australiern als Nationalsymbol angesehen wird.

«Qantas International würde in jeder Hinsicht eine australische Airline bleiben», sagte Abbott. «Und eine inländische Qantas - wenn es diese Unterscheidung gibt - würde im Wesentlichen auch australisch bleiben.» Der internationale Arm von Qantas heimischem Wettbewerber Virgin darf auch nur zu 49 Prozent in ausländischem Besitz sein, der Virgin-Arm für Inlandsrouten gehört hingegen zu 66,9 Prozent Air New Zealand, Etihad Airways und Singapore Airlines.

Qantas beschwert sich seit langem über die aus seiner Sicht unfaire Wettbewerbslage. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche einen Halbjahresverlust von 225 Millionen US-Dollar (163 Mio Euro) gemeldet und den Abbau von 5000 Arbeitsplätzen angekündigt. Eine Alternative, um dem Unternehmen aus der Klemme zu helfen, wäre eine Bürgschaft. Das lehnt die Regierung aber ab. «Wir stellen keine Blankoschecks aus», sagte Finanzminister Joe Hockey am Dienstag. Die Opposition hält die Mehrheit in der zweiten Parlamentskammer und will der Regierung Steine in den Weg legen. Sie ist dagegen, das Gesetz zu kippen.

Qantas arbeitet bereits intensiv mit Emirates zusammen. Die Australier verlegten ihr Drehkreuz für Europa-Flüge von Singapur nach Dubai. Dort erhalten ihre Passagiere Anschluss an das Streckennetz der arabischen Emirates. In der Folge zog sich Qantas aus Deutschland zurück.

Von: dpa
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