Auslandsverkehr treibt Wachstum an deutschen Flughäfen

19.02.2016 - 11:17 0 Kommentare

Laut Statistischem Bundesamt sind 2015 an den deutschen Flughäfen vier Prozent mehr Passagiere gezählt worden als im Vorjahr. Vor allem der Auslandsverkehr sorgte für Wachstum, allerdings fällt dieses im Regionenvergleich sehr unterschiedlich aus.

Fluggäste laufen durch ein Gebäude des Frankfurter Flughafens. - © © dpa - Christoph Schmidt

Fluggäste laufen durch ein Gebäude des Frankfurter Flughafens. © dpa /Christoph Schmidt

Im vergangenen Jahr sind vier Prozent mehr Passagiere an deutschen Flughäfen gestartet oder gelandet als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden 193,9 Millionen Fluggäste gezählt, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Für den Anstieg sorgten vor allem Reisende ins und aus dem Ausland. Ihre Zahl stieg um 4,4 Prozent auf 170,8 Millionen.

Im Flugverkehr innerhalb Europas verzeichneten die Statistiker bei der Türkei einen besonders starken Anstieg. Hier gab es 7,8 Prozent mehr Fluggäste als 2014. Auch für Großbritannien (plus 6,3 Prozent) und Italien (plus 6,2 Prozent) stiegen die Zahlen überdurchschnittlich.

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Während die Passagierzahlen auf innereuropäischen Flügen um insgesamt 4,5 Prozent zulegten, stiegen sie im Interkontinentalverkehr um 3,7 Prozent. Zweistellige Wachstumsraten registrierten die Statistiker beim Flugverkehr mit Japan (plus 11,2 Prozent), den Vereinigten Arabischen Emiraten (plus 11,1 Prozent) und Israel (plus 10,3 Prozent). Der für Lufthansa besonders wichtige Amerika-Verkehr stagnierte hingegen nahezu mit einem Mini-Zuwachs von 0,3 Prozent, in Richtung USA gab es sogar ein leichtes Minus von 0,6 Prozent.

Auch der inländische Flugverkehr wuchs weniger stark. Die Passagierzahl legte hier den Angaben zufolge um 1,5 Prozent auf 23,1 Millionen zu.

Deutlich schlug sich in den Zahlen der Anschlag auf Urlauber in Tunesien im Sommer 2015 nieder. Die Zahl der Fluggäste von und nach Tunesien brach aufs gesamte Jahr gesehen laut Statistischem Bundesamt um 35,4 Prozent ein. Im Juni hatte ein Angreifer vor einem Strandhotel des Küstenorts Port El Kantaoui bei Sousse 38 ausländische Touristen getötet, darunter zwei Deutsche. Zu dem Angriff bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

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BDL sieht deutsche Luftverkehrswirtschaft stark abgeschlagen

"Vergleicht man das Wachstum der deutschen Luftfahrt mit den europäischen und den weltweiten Zahlen, sieht man, dass die deutsche Luftverkehrswirtschaft stark abgeschlagen ist", kommentierte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Während die Starts europäischer Netzwerkcarrier an deutschen Flughäfen um 19,8 zugelegt hätten, seien die von deutschen Fluggesellschaften um 6,2 Prozent zurückgegangen.

Auch die deutschen Flughäfen würden im internationalen Wettbewerb zurückbleiben, erneuerte er eine aktuelle Einschätzung des BDL. Ein erheblicher Grund für diese Entwicklung seien wettbewerbsverzerrende Regelungen des deutschen Gesetzgebers. Dazu gehörten unter anderem einseitige gesetzliche Auflagen bei Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühren, Fluggastrechten und Genehmigungsverfahren, so von Randow.

Vor dem Statistischen Bundesamt hatte bereits der Flughafenverband ADV Zahlen zur Verkehrsentwicklung vorgelegt. Demnach sind im vergangenen Jahr rund 216 Millionen Passagiere an den deutschen Verkehrsflughäfen gezählt worden. Im Gegensatz zur ADV-Statistik werden durch das Statistische Bundesamt Passagiere im innerdeutschen Verkehr nur einmal gezählt.

Von: gk, AFP, dpa

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