Lizenzentzug

Aus für spanische Air Comet

22.12.2009 - 14:09 0 Kommentare

Die spanische Fluggesellschaft Air Comet hat den Flugbetrieb eingestellt. Die hochverschuldete Airline konnte einen Kredit nicht mehr bedienen. Die gesamte Flotte wurde gepfändet. Das Verkehrsministerium zog die Fluglizenz ein.

Fluggast vor dem leeren Air-Comet-Schalter in Madrid am 21.12.2009 - © © dpa -

Fluggast vor dem leeren Air-Comet-Schalter in Madrid am 21.12.2009 © dpa

Die finanziell angeschlagene Air Comet steht vor dem Aus. Das Madrider Verkehrsministerium hat am Dienstag dem hoch verschuldeten Unternehmen des spanischen Arbeitgeberpräsidenten Gerardo Díaz Ferrán bis auf weiteres die Fluglizenz entzogen.

Staatssekretärin Concha Gutiérrez begründete die Entscheidung am Dienstag damit, dass die Fluglinie insolvent sei und der Aufforderung der Regierung zur Vorlage eines wirtschaftlichen Rettungsplans nicht nachgekommen sei.

HSH Nordbank erwirkt Pfändung

Nach spanischen Medienberichten konnte Air Comet einen Kredit der HSH Nordbank (Hamburg/Kiel) in Höhe von 17 Millionen Euro, mit dem das Leasing von Flugzeugen finanziert worden sei, nicht mehr zurückzahlen. Die Bank teilte mit, sie sei die Eignerin der Flugzeuge und suche nun nach anderen Fluggesellschaften, die diese Maschinen nutzen wollten. Die HSH Nordbank habe mit Rücksicht auf Weihnachtsurlauber angeboten, Air Comet noch für einige Tage die Nutzung der Maschinen zu gestatten.

Das sei aber an der Geschäftsleitung und den Gewerkschaften gescheitert. Der spanische Verkehrsminister sagte, Air Comet habe die Offerte der Bank abgelehnt, weil «das Unternehmen nicht einmal das Geld hatte, den Treibstoff für die Flüge zu bezahlen».

Air Comet, die sich auf Flüge zwischen Spanien und Lateinamerika spezialisiert hatte, verfügt über neun geleaste Flugzeuge: Zwei Airbus A340-300, vier A330-200 und drei A320-200.

Passagiere sitzen fest

Tausende von Fluggästen sitzen in Spanien und Lateinamerika fest. In Madrid blockierten Air-Comet-Fluggäste am Dienstag aus Protest eine Zufahrtsstraße zum Flughafen der spanischen Hauptstadt. Das spanische Verkehrsministerium leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die Gesellschaft ein und forderte das Unternehmen ultimativ auf, seinen Verpflichtungen gegenüber den Fluggästen nachzukommen. Es drohte Air Comet mit einer Geldbuße von bis zu 4,5 Millionen Euro.

Insgesamt soll Air Comet 100 Millionen Euro Schulden haben. Das Unternehmen hatte seit mehreren Monaten seinen 640 Beschäftigten keine Gehälter mehr zahlen können und war auch die Sozialabgaben schuldig geblieben.

Übernahme gescheitert

Die Beschäftigten von Air Comet hatten Anfang Dezember gestreikt, um ihre teils seit acht Monaten ausstehenden Löhne zu bekommen. Die Fluggesellschaft versprach daraufhin, die Gehälter nachzuzahlen. Eine Übernahme durch die Air Transport Group des Niederländers Arnold Leonora war gescheitert.

Die zur spanischen Gruppe Marsans gehörende Linie kündigte an, sie wolle die gesamte Belegschaft entlassen und ein Konkursverfahren einleiten. Der Firmenchef Díaz Ferrán hatte aufgrund der brisanten Lage seines Unternehmens den Rücktritt als Präsident des Arbeitgeberverbandes CEOE angeboten. Der Verbandsvorstand lehnte das Rücktrittsgesuch jedoch ab.

Von: dpa, AFP, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Viele verschiedene Airlines waren in diesem Sommer am Himmel zu sehen - hier 15 von ihnen plus die verschwundene Air Berlin. So performten die Airlines im Sommer

    Bilanz 30 Prozent mehr Flüge als im Sommer 2017 haben die 15 wichtigsten Airlines auf dem deutschen Markt in diesem Sommer angeboten. Gleichzeitig wuchsen auch die Probleme massiv. Mit schweren Folgen.

    Vom 26.10.2018
  • Norwegian-Chef Björn Kjos im Cockpit. Norwegian erwägt Verkauf von Neo-Jets

    Die finanziell angeschlagene Norwegian trennt sich von fünf Airbus-A320-Neo-Maschinen. Mit dem Verkauf kommen rund 62 Million Dollar in die Kassen des Low-Costers. Die Praxis ist nicht neu.

    Vom 16.11.2018
  • Die D-ASPC in den Farben von Small Planet Airlines. LBA setzt Small Planet Frist bis Sonntag

    Das Luftfahrt-Bundesamt macht der insolventen Small Planet Deutschland Druck. Diese arbeitet weiter an einer Übernahme durch einen niederländischen Investor - und skizziert bereits zwei Szenarien für die kommende Woche.

    Vom 29.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Spanien Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »