Nach Germania und Fly BMI: Kein Linienverkehr mehr in Rostock

18.02.2019 - 07:00 0 Kommentare

Schwerer Schlag für den Flughafen Rostock: Erst fällt Germania weg und nun Fly BMI. Letztere begründet ihr Aus mit den Unsicherheiten rund um den Brexit. Linienverkehr gibt es damit am Airport im Norden keinen mehr.

Flugzeuge am Airport Rostock-Laage. - © © Flughafen Rostock-Laage -

Flugzeuge am Airport Rostock-Laage. © Flughafen Rostock-Laage

Die Insolvenz der britischen Regional-Airline Fly BMI ist ein harter Schlag für den Flughafen Rostock-Laage. Nach der Insolvenz von Germania waren Fly-BMI-Flüge nach München die letzten Verbindungen am Airport. So musste der Flughafen am Sonntag betonen: "Wir sind betriebsbereit - und werden dies auch bleiben." Dies gelte unter anderem für Charter-Verbindungen oder Schulungsflüge. Linienverkehr gibt es in Rostock nicht mehr.

Die bis zum vergangenen Jahr noch unter dem Namen BMI Regional operierende schottische Fluggesellschaft hatte am Samstagabend ihre Insolvenz bekanntgegeben und umgehend den Flugbetrieb eingestellt. Als Grund nannte Fly BMI die Unsicherheiten durch den EU-Ausstieg der Briten. "Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als unüberwindlich", heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage.

Die andauernde Unsicherheit habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen seien. Probleme bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den teilweisen Ausschluss britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen seien.

Kaum Verkehre verlagert

Denn Fly BMI ist wie keine zweite Airline vom Brexit betroffen. Vor allem, da sie es laut Beobachtern versäumt hat, Vorkehrungen für den EU-Ausstieg zu treffen. Während beispielsweise Easyjet neben dem Aufbau eines kontinentaleuropäischen Flugbetriebs den Verkehr umverlagerte, gelang dies Fly BMI seit dem Referendum 2016 nur vorübergehend. Nach wie vor entfällt ein Großteil des Angebots auf Routen, die nach einem EU-Austritt von einer britischen Airline nicht mehr geflogen werden können:

Verkehrsverteilung von Fly BMI
innerbritisch von/nach UK sonstige Routen
2016 10.6 50.0 39.4
2017 8.9 22.7 68.4
2018 4.3 23.7 72.0
2019 10.6 24.9 64.5

Nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten.Quelle: ch-Aviation

Mit zuletzt wöchentlich fast 6600 Sitzen bot die Airline den zweitgrößten Teil ihrer Kapazitäten ab Großbritannien an. Davor liegen die deutschen Standorte mit etwa 6900 Sitzen. Hier verteilte sich das Angebot neben Flügen von Düsseldorf, Frankfurt und München nach Großbritannien auf die innerdeutsche Strecke Rostock-München.

Fly BMI ab Deutschland
Anteil in Prozent
München 52.1
Frankfurt 21.3
Saarbrücken 7.3
Rostock 7.3
Düsseldorf 4.5
Nürnberg 4.5
Hamburg 3.0

Nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten aktuell.Quelle: ch-Aviation

Auf eben jener Route beförderte Fly BMI im vergangenen Jahr über 76.000 Passagiere. Rostocks Flughafenchefin Dörthe Hausmann geht davon aus, dass "mittelfristig die erfolgreiche Strecke von Rostock nach München durch eine andere Airline ersetzt werden kann und damit der Geschäftsreisebetrieb für die Unternehmen der Region wieder sichergestellt wird".

Das war Fly BMI

Insgesamt beförderte Fly BMI im vergangenen Jahr rund 522.000 Fluggäste. Sie hat mit 17 Maschinen Flüge zu mehr als 20 europäischen Zielen angeboten. Zudem bot sie Verbindungen von Lufthansa im Codeshare an. Insgesamt beschäftigt Fly BMI 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien.

Fly BMI war bis 2012 Tochter der British Midland Airways und gehörte seit dem zur Holding der Bond-Brüder, die auch Loganair besitzt.

Von: airliners.de
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