Aufsichtsratschef: Arbeitsplätze am Flughafen Kassel-Calden sind sicher

Der Flughafen Kassel-Calden steht seit seiner Eröffnung in der Kritik. Doch die Gesellschafter halten auch in Wahlkampfzeiten über Parteigrenzen hinweg an dem Projekt fest.

Eine Frau mit Koffer geht auf das Terminal des Flughafens Kassel-Calden zu. - © © dpa - Uwe Zucchi

Eine Frau mit Koffer geht auf das Terminal des Flughafens Kassel-Calden zu. © dpa /Uwe Zucchi

Trotz fehlender Auslastung sind die rund 140 Arbeitsplätze am Flughafen Kassel-Calden sicher. Das bekräftigte der hessische Finanzminister und Aufsichtsratschef des Airports, Thomas Schäfer (CDU), jetzt nach einem Gespräch mit Geschäftsführung und Mitarbeitern. «Ich gehe davon aus, dass wir dauerhaft mit der Mannschaft arbeiten.»

Außer dem Land Hessen stehen auch die anderen Anteilseigner - Stadt und Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden - uneingeschränkt zum Flughafen, wie Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) betonte. Schäfer sagte, dass trotz des Wahlkampfs bei diesem Projekt über die Parteigrenzen Einigkeit herrsche: «Wir sagen ,Ja' zum Flughafen.» In Hessen wird am 22. September parallel zum Bundestag auch ein neuer Landtag gewählt.

Kritiker werfen dem nordhessischen Airport eine mangelnde Auslastung vor. Schäfer hatte auch bereits eingeräumt, dass der Flughafen im laufenden Jahr ein Defizit zwischen sechs und sieben Millionen Euro erwartet. Laut Flughafen-Chefin Maria Anna Muller gab es in diesem Jahr bislang rund 18 000 Flugbewegungen mit 34 000 Passagieren. Nach ihren Angaben hat die Zahl der Business-Flüge deutlich zugenommen, vor allem mit größeren Fliegern. «Das hätte der alte Flughafen nicht darstellen können.»

Im Oktober und November gebe es Verbindungen nach Kalabrien (Italien), für den Winter sei man in Verhandlungen über Flüge ins ägyptische Hurghada. Dies hänge aber von den politischen Gegebenheiten ab, sagte Müller. Für den Sommer 2014 stehen regelmäßige Flüge nach Teneriffa, Gran Canaria (jeweils ab 1. Februar), Antalya, Mallorca und Split fest. Weitere Ziele seien in Vorbereitung.

Vorerst geht es in Hessen-Calden aber ruhiger zu. So wurden vor kurzem Flüge ins türkische Antalya und auf die spanischen Ferieninsel Teneriffa gestrichen. Ursprünglich stand Teneriffa bis Ende Oktober im Flugplan. Für die Antalya-Flüge im kommenden Sommer soll es einen Anbieterwechsel geben.

Der im April eröffnete Flughafen hatte bereits vor dem Start für Schlagzeilen gesorgt. Die Baukosten waren ordentlich aus dem Ruder gelaufen. War zunächst von 151 Millionen Euro ausgegangen worden, summierten sie sich schließlich auf rund 271 Millionen Euro.

Von: dpa, airliners.de

Datum: 16.09.2013 - 15:47

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