Aufsichtsrat berät am Freitag über BER-Zeitplan

18.12.2015 - 09:51 0 Kommentare

Auf der Baustelle des BER gibt es wieder Zeitverzug, doch noch halten die Betreiber an der Eröffnung des Hauptstadtflughafens 2017 fest. Das geht nicht ohne mehr Druck.

 Kabel hängen von einer Decke im Terminalgebäude des Hauptstadtflughafens

Kabel hängen von einer Decke im Terminalgebäude des Hauptstadtflughafens "Willy Brandt" (BER). © dpa /Patrick Pleul

Die erneute Verzögerung auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld im Süden Berlins beschäftigt am Freitag den Aufsichtsrat. Bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr lässt sich das Kontrollgremium über den Stand der Arbeiten informieren. Ein neuer Eröffnungstermin wird dem Vernehmen nach aber voraussichtlich nicht verkündet. Vier Inbetriebnahmetermine sind seit 2011 schon geplatzt.

Nach Angaben von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld liegt das Projekt drei bis vier Monate hinter dem internen Zeitplan, eine Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 sei aber noch möglich. Der Aufsichtsrat hatte Mühlenfeld bei seiner vorigen Sitzung im September aufgefordert, nun "Maßnahmen zur Beschleunigung der Bautätigkeit" und einen neuen Zeitplan vorzulegen.

Mühlenfeld: Beschleunigen Arbeiten, wo wir können

In einigen Bereichen gilt seit einem Monat schon eine Sechs-Tage-Woche. Zudem wurde die Regelarbeitszeit der Objektüberwacher erhöht. "Um unser Ziel zu erreichen, beschleunigen wir die Arbeiten, wo wir können", betonte Mühlenfeld.

Denkbar sei auch, Vorhaben zurückzustellen, die nicht für die Inbetriebnahme relevant sind, oder mehr Personal zu schicken, hatte Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) schon deutlich gemacht. "Wir wollen da als Aufsichtsrat nah dran bleiben", versicherte Berlins Regierender Bürgermeister.

© dpa, Jörg Carstensen Lesen Sie auch: Betreiber planen sanfte BER-Inbetriebnahme

Auch die Finanzierung des Projekts dürfte eine Rolle spielen. Seit dem Baubeginn 2006 sind die Kosten von 2 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Bauherren versuchen, den Kostenrahmen auf 6,9 Milliarden Euro zu erhöhen.

Dazu soll die EU-Kommission weitere staatliche Hilfen von 2,6 Milliarden Euro genehmigen - von denen 1,1 Milliarden Euro in die bisherigen Kosten von 5,4 Milliarden Euro schon eingerechnet sind. Nach bislang unbestätigten Informationen des "Tagesspiegels" will Brüssel 2,2 Milliarden Euro freigeben, nicht 2,6 Milliarden.

Zusätzliches Geld benötigen die Bauherren nach eigenen Angaben für Zinszahlungen, als Puffer und für eine Erweiterung des Flughafens. Denn mit einer Jahreskapazität von höchstens 27 Millionen Euro ist der Bau zur Eröffnung bereits zu klein.

Von: gk, dpa
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