Der Chef des Flughafens Berlin-Brandenburg BER, Rainer Schwarz (l-r), Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) geben am 17.05.2012 in Schönefeld bei Berlin eine Pressekonferenz.
©dpa - Jörg Carstensen
Straßenschilder an der Zufahrt zum neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg
© dpa - Patrick Pleul
Journalisten warten in der airportworld auf den möglichen Beginn einer Pressekonferenz am Mittwoch (16.05.2012) in Schönefeld.
©dpa - Jörg Carstensen
Nach der geplatzten Eröffnung in diesem Juni soll der neue Hauptstadtflughafen nun am 17. März 2013 in Betrieb gehen. Das beschloss der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Als einzigen Grund nannte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Aufsichtsratschef die Probleme mit der Brandschutzanlage.
Die zuständige Behörde werde die zuletzt angestrebte teilautomatische Lösung nicht genehmigen, was zusätzliche Arbeiten erforderlich mache. Zudem eigne sich ein Termin im Winter wegen Wetterrisiken nicht für die Inbetriebnahme. "Wir werden alles tun, um den Flughafen zum Erfolg zu führen", versicherte Wowereit. In den Berichten sprach der Aufsichtsrat heute auch von weiteren technischen Problemen, die nun zunächst gelöst werden sollen.
Die geplatzte Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens kostet den Geschäftsführer Manfred Körtgen zum 1. Juni seinen Posten, wie der Aufsichtsrat in einer Marathon-Sitzung von Mittwochvormittag bis in die Nacht zum Donnerstag beschloss. Der 59-jährige Körtgen war als Technik-Geschäftsführer Chef-Planer des Flughafens.
Körtgen hatte laut Aufsichtsrat "Probleme gehabt, die Dinge rechtzeitig zu erkennen". Am Ende habe die Geschäftsführung den komplexen Prozess bei der Installation des Brandschutzes nicht mehr steuern können. Geschäftsführer Rainer Schwarz darf bleiben, soll aber "verschärft kontrolliert" werden.
Beendet wird auch die Zusammenarbeit mit dem Generalplanungskonsortium PGBBI, zu der auch das renommierte Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan gehört. In der öffentlichen Schusslinie stand auch Flughafenchef Rainer Schwarz.
Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck sprach von einer "dramatischen und unschönen Situation". Es sei ein Imageschaden für die gesamte Region entstanden. Zugleich wies er darauf hin, dass der neue Eröffnungstermin auch in Abstimmung mit den Fluggesellschaften gewählt worden sei. Diese hätten "keine Eröffnung im Hochwinter" wegen der zusätzlichen Risiken durch die Jahreszeit gewollt.
Air Berlin kritisierte den neuen Eröffnungstermin dagegen scharf. Die Airlines hatten sich für eine Eröffnung zum Winterflugplan Ende Oktober ausgesprochen.
Platzeck kündigte an, dass es im weiteren Bauablauf "keine Provisorien" und kein Überlappen von Prüfszenarien mehr geben werde. Außerdem sagte er, dass durch den jetzt gewählten späteren Eröffnungszeitpunkt auch Zeit gewonnen wurde, um beim Lärmschutz für die Anwohner des Flughafens "nachzuarbeiten und nachzulegen".
Völlig überraschend war der 3. Juni als Tag der Inbetriebnahme am Dienstag voriger Woche abgesagt worden, weil die Brandschutzanlage nicht rechtzeitig fertig wird.
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