Thomas Cook kauft Air Berlin Aeronautics

03.01.2018 - 12:29 0 Kommentare

Nach Lufthansa, Easyjet, IAG und Zeitfracht/Nayak kommt nun auch Thomas Cook beim Air-Berlin-Filetieren zum Zug. Der Konzern übernimmt für Condor die umbenannte Tochter Aeronautics.

Air Berlin: Ausgegründete Tochter veräußert. Foto: © dpa

In der Insolvenz der Air Berlin kommt nun auch Thomas Cook noch zum Zug. Die Briten übernehmen das Tochterunternehmen Air Berlin Aviation GmbH, wie Air Berlin mitteilte. Aviation ist laut airliners.de-Informationen die umbenannte Air Berlin Aeronautics, die ursprünglich zur Sicherung des Lufthansa-Wet-Leases gegründet worden ist, wie airliners.de damals zuerst berichtete.

Die Aviation GmbH befindet sich noch in Gründung und besitzt bislang keine eigenen Flugzeuge. Sie soll aber in Kürze eine Genehmigung für den Flugbetrieb (AOC) erhalten und sechs A321-Flugzeuge an den Start bringen.

Die Maschinen sollen bereits im Sommerflugplan für die deutsche Thomas-Cook-Airline Condor abheben. Das Unternehmen aus Frankfurt sucht dafür nach airliners.de-Informationen bereits rund 300 Piloten und über eine Personaltochter auch rund 500 Flugbegleiter.

Kapazitäten sollen um 20 Prozent zulegen

Die Übernahme stelle eine sehr gute Wachstumsmöglichkeit für Thomas Cook und Condor dar, erklärte ein Sprecher. Das Flugangebot auf der Kurz- und Mittelstrecke aus Deutschland werde im Vergleich zum Vorjahressommer um 20 Prozent gesteigert.

Aktivitäten von Condor im Winter 2018/19
Angaben in Prozent
Frankfurt 18.4
München 7.6
Düsseldorf 7.2
Las Palmas 6.2
Teneriffa-Sur 5.8
Hurghada 5.2
Weitere Airports 49.6

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Condor-Flügen ab den für die Airline wichtigsten Flughäfen im laufenden Winterflugplan bis Ende März. "Weitere Airports" sind jene mit je weniger als fünf Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 3. Januar 2018

Das Gerücht, dass mit dem AOC auch Slots verbunden wären, wurde aus Condor-Kreisen dementiert. "Aktuell hängen da null dran." Allerdings seien bislang noch nicht alle Slots an die anderen Erwerber gegangen und es könnten auch noch Rechte wegen kartellrechtlicher Auflagen zurückgegeben werden.

Der Reisekonzern überweist nach Angaben eines Insiders einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Zuvor hatten Lufthansa, Easyjet, die British-Airways-Mutter IAG, die Bietergemeinschaft Nayak/Zeitfracht sowie auch Zeitfracht selbst Teile der insolventen Air Berlin übernommen.

© Condor, Lesen Sie auch: Wie Condor noch an Air-Berlin-Slots kommt

Von: cs, br
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