Auch Niki droht offenbar die Insolvenz

05.09.2017 - 12:00 0 Kommentare

Die Touristiktochter Niki ist das Tafelsilber der Air Berlin: nicht pleite und zudem äußerst profitabel. Doch das könnte sich aber ändern. Ein "Schönheitsfehler" des Carriers könnte sich derweil in Wohlgefallen auflösen.

Airbus A320 der Niki - © © Niki -

Airbus A320 der Niki © Niki

Wird die Air-Berlin-Tochter Niki von der Insolvenz des Mutterkonzerns erfasst? Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung könnte Niki Anfang November ebenfalls Insolvenz anmelden, wenn der Poker um Air Berlin bis dahin nicht entschieden ist.

Noch ist der österreichische Touristikflieger nicht pleite und dadurch ein attraktiver Teil beim Poker um Air-Berlin. So wollen Niki-Gründer und Formel-1-Legende Niki Lauda sowie der Ferienflieger Condor diesen Teil aus Air Berlin herauslösen. 

Airline mit "Schönheitsfehler"

Doch an dem bislang schuldenfreien Carrier haftet ein Problem: 14 Flugzeuge hat Air Berlin von Tuifly gemietet und im März zu seiner Touristiktochter verlagert. Laut Insidern hat der Deal "katastrophale Konditionen": So ist er nur einseitig von Tui aus kündbar und läuft über knapp zwei Jahrzehnte. 

Niki

Niki sollte in der Strategie der "neuen Air Berlin" den Touristikteil der Gruppe auffangen. Die Flotte der österreichischen Airline wuchs deshalb im März auf 39 Flugzeuge. Auch bedient sie Warmwasserziele und übernahm beispielsweise die Mallorca-Flüge der Air Berlin. Finanzexperten loben die gute Kostenstruktur von Niki.

Umsatz von Niki 2013-2016
Angaben in Millionen Euro
2013 1.17
2014 6.51
2015 7.18
2016 3.21

Die Grafik zeigt die von Air Berlin ausgewiesenen Umsatzkennzahlen der Niki für die Jahre 2013 bis 2016. Quelle: Air Berlin

Tui-Chef Friedrich Joussen signalisierte nun Gesprächsbereitschaft: "Ich bin zuversichtlich, dass es Optionen gibt, wenn sich alle ein Stück bewegen", so Joussen laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Er könne sich vorstellen, dass Tui ein Teil der Maschinen und der 700 Crew-Mitglieder zurücknimmt, was einen Verkauf von Niki erleichtern würde.

Tui-Chef Friedrich Joussen. Foto: © Tui

Bezahlte Etihad zu früh?

Niki gehört immer noch zu 100 Prozent Air Berlin. Im Winter verkauften die Berliner zwar ihre Tochter an Großaktionärin Etihad, die ein neues Touristik-Joint-Venture mit Niki plante. Doch da die Wettbewerbshüter dem Verkauf der österreichischen Airline an den Golf-Carrier bislang nicht genehmigten, sind die von Etihad überwiesenen Millionen wohl zu früh bezahlt worden, schätzen Experten. 

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Air-Berlin-Pleite: Ursachen und drohende Probleme Apropos (19)

Von: cs
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