Aschewolke stört Flugverkehr in Neuseeland

23.06.2011 - 14:22 0 Kommentare

Nach Australien sind wegen der Vulkanaschewolke aus Chile auch dutzende Flüge in Neuseeland gestrichen worden. Die Australier hoffen, bald wie in Europa Geräte zur Messung der Dichte solcher Staubwolken zur Verfügung zu haben.

Satellitenaufnahme der Aschewolke, die sich in 12 km Höhe vom Vulkan Puyehue in Südchile über Argentinien bis zum atlantischen Ozean erstreckt. - © © dpa -

Satellitenaufnahme der Aschewolke, die sich in 12 km Höhe vom Vulkan Puyehue in Südchile über Argentinien bis zum atlantischen Ozean erstreckt. © dpa

Wegen der Vulkanaschewolke aus Chile sind in Neuseeland Dutzende Flüge ausgefallen. Allein am Flughafen Auckland wurden am Donnerstag mehr als 60 internationale Flüge gestrichen, teilten die Airlines mit. In Australien normalisierte sich der Verkehr unterdessen. Mehr als 100.000 Passagiere waren dort gestrandet, weil der größte und der zweitgrößte Flughafen des Landes, Sydney und Melbourne, bis Mittwoch zeitweise geschlossen waren. Der australisch-pazifische Raum brauche ähnliche Messgeräte für Vulkanasche wie sie in Europa üblich seien, sagte der Chef des zu Qantas gehörenden Billigfliegers Jetstar, Bruce Buchanan, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur aap.

Die Aschewolke zog am Mittwoch von Australien Richtung Neuseeland weiter. Die Flughäfen von Sydney und Melbourne öffneten daraufhin wieder. Die Fluggesellschaften warnten aber, dass es einige Tage dauern könne, bis die vielen Passagiere zu ihren Zielorten geflogen werden konnten. Bahn und Busse profitierten von einem Ansturm der Passagiere. Mietwagenfirmen an den Flughäfen waren ausgebucht.

Die größte australische Gesellschaft Qantas und Jetstar strichen ihre Flüge nach Neuseeland bis mindestens Freitag. Air New Zealand flog dagegen weiter. Die Experten meinten, die Maschinen könnten unterhalb der Wolke in 7.300 Metern Höhe sicher fliegen, teilte die Airline mit. Air New Zealand-Chef Rob Fyfe wies Berichte zurück, einige Maschinen seien von Ascheteilchen getroffen worden.

Nach Angaben von Jetstar-Chef Buchanan wissen die Fluggesellschaften zu wenig über die Beschaffenheit der Aschewolke. Deshalb müsse man auf Nummer Sicher gehen und Flüge streichen.

Es war das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass die Aschewolke aus dem chilenischen Vulkan Puyehue Australien und Neuseeland erreichte. «Es besteht sogar die Möglichkeit, dass die Aschewolke ein drittes Mal um den Globus zieht und uns noch mal heimsucht», sagte der Sprecher der neuseeländischen Luftfahrtbehörde, Peter Lechner, im Rundfunk.

Qantas bezifferte den Schaden wegen der aschebedingten Stornierungen allein bis Montag auf 21 Millionen australische Dollar - 15,5 Millionen Euro. Danach waren aber hunderte weitere Flüge gestrichen worden. Das Prognoseinstitut Macquarie Equities schätzte die Ausfälle für alle Fluggesellschaften auf 40 Millionen Dollar.

Von: dpa
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