Beruf & Karriere

Arbeitsagentur greift "Spätstartern" unter die Arme

31.03.2014 - 12:36 0 Kommentare

Eine Umschulung kann in Zeiten des Fachkräftemangels die berufliche Zukunft mit absichern. Das weiß auch die Bundesagentur für Arbeit, die unter anderem mit einem speziellen “Spätstarter”-Programm Qualifizierungswilligen unter die Arme greift. Das eröffnet auch Interessierten in der Luftfahrtbranche neue Perspektiven.

Kontrollstelle am Flughafen Hamburg - © © Hamburg Airport -

Kontrollstelle am Flughafen Hamburg © Hamburg Airport

Einen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland hat die Bundesagentur für Arbeit in ihrer aktuellen Analyse zwar noch nicht feststellen können, Engpässe hingegen sehr wohl. Diese sind vor allem bei technischen Berufen, der Mechatronik- und Automatisierungstechnik sowie der Elektrotechnik vorhanden. Dies betrifft aber ausschließlich West- und Süddeutschland. Wer über eine Umschulung nachdenkt, sollte dies in seine Überlegungen einbeziehen.

Auch den individuell passenden Beruf zu finden, ist nicht immer einfach. “Grundsätzlich empfehle ich immer, ein Praktikum in diesem „neuen“ Beruf zu absolvieren”, so Paul Ebsen, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Zudem sollte mit Personen gesprochen werden, die diesen Beruf bereits ausüben. Auch ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit beziehungsweise dem Jobcenter oder ein Eignungstest beim Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit kann weiterhelfen. “Und falls man Familie hat, sollte man mit ihr das Vorhaben besprechen und sich das okay holen”, lautet ein weiterer Rat von Ebsen.

Denn das Ziel ist letztlich lohnenswert: Die Vermittlungs- beziehungsweise Eingliederungsquote nach einer beruflichen Weiterbildung wie zum Beispiel einer Umschulung liegt nach Angaben der Arbeitsagentur bei vorher arbeitslosen Teilnehmern bei rund 80 Prozent.

Spezielles Programm für junge Erwachsene ohne berufliche Ausbildung

Für junge Erwachsene ohne berufliche Ausbildung gibt es übrigens seit dem vergangenen Jahr das spezielle Programm "AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“. Der Grund: Derzeit haben 300.000 Arbeitslose im Alter zwischen 25 und 35 Jahren keine Ausbildung, betreut werden sie überwiegend in den Jobcentern. In der Gruppe der 25- bis 35-jährigen Beschäftigten haben laut Arbeitsagentur gut eine halbe Million Menschen keinen Berufsabschluss. Auch sie sollen im Rahmen der Kampagne angesprochen werden.

Und auch die Luftfahrtbranche könnte für “Spätstarter” interessant sein. Zum Beispiel gebe es bei den Sicherheitsdiensten so manchen, der vor Jahren “mal reingeschnuppert” habe und nun immer noch dabei sei, sagte Ebsen im Gespräch mit airliners.de. Eine Umschulung wäre dann eine gute Möglichkeit, um gesicherter im Beruf dazustehen.

© WISAG Lesen Sie auch: Für wen eine Luftfahrt-Umschulung geeignet ist

Umschulungen werden dabei in der Regel komplett von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter übernommen. “Die Frage lautet: Ist der Umschüler berufstätig oder arbeitslos?”, erläuterte Ebsen. Bei Berufstätigen werde neben den Lehrgangskosten auch ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt gezahlt. Das betreffe den Teil des Gehalts, der durch den zur Umschulung gehörenden Schulbesuch ausfallen würde. Arbeitslose erhalten neben den Lehrkosten während der Umschulung weiterhin das Arbeitslosengeld zum Lebensunterhalt.

Die „Qualifizierung Beschäftigter“ lässt sich die Bundesagentur für Arbeit einiges kosten. Im vergangenen Jahr wurden dafür rund 150 Millionen Euro ausgegeben. Für 2014 sind nach Ebsens Angaben 280 Millionen Euro eingeplant.

Auch Arbeitgeber profitieren von Umschulungen

Nicht nur Arbeitnehmer sondern auch Arbeitgeber können von Umschulungen und Programm wie zum Beispiel der “Spätstarter”-Kampagne profitieren. “Arbeitgeber sollten an die Aufträge von morgen denken und schon heute den Fachkräftebedarf sichern”, so Ebsen. Wer frühzeitig Fachkräfte entsprechend des Bedarfs qualifiziert, beuge Engpässen beim eigenen Nachwuchs vor und mache sich unabhängig vom Arbeitsmarkt. Das sichere die eigene Wettbewerbsfähigkeit. “Arbeitgeber können für die berufliche Weiterbildung von beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt und eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen erhalten”, ergänzte er.

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Weitere Informationen zum Programm "AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier.

Von: airliners.de
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