Anwohner wehren sich gegen Erweiterungsprojekt am Airport Düsseldorf

02.04.2015 - 10:20 0 Kommentare

Essen liegt in einer Anflugschneise des Düsseldorfer Flughafens. Der Airport hat eine Kapazitätserweiterung der Flugbewegungen beantragt. Die Anwohner drohen mit einer Klage.

Flughafen in Düsseldorf - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Flughafen in Düsseldorf © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Der Düsseldorf Airport möchte seine Infrastruktur erweitern und mehr Flugbewegungen möglich machen. Erst kürzlich hatte der Flughafen den entsprechenden Antrag bei der zuständigen Behörde gestellt - die Flughafengegner in Essen wehren sich jedoch dagegen. Die Stadt ist 15 Kilometer vom Flughafen entfernt und liegt in der Anflugschneise des Düsseldorfer Airports.

Mit acht zusätzlichen Abstellpositionen soll die Infrastruktur des Airports an die erwartete Verkehrsentwicklung angepasst werden. Außerdem sollen statt der bisher 47 Starts und Landungen pro Stunde 60 Flugbewegungen abgewickelt werden, wie Flughafensprecher Christian Hinkel mitteilt.

Gegner drohen mit Klage

Das wollen sich die Essener Anwohner nicht gefallen lassen. Schon jetzt seien jeden Tag viele Flüge verspätet, so dass zwangsläufig bis in die Nacht hinein geflogen werde. Mit einer Ausweitung würde dieses Problem noch verstärkt, heißt es von der Initiative "Bürger gegen Fluglärm". Sollte der Antrag durchgesetzt werden, wollen sie vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster klagen. Von einer Ausweitung in der Nacht sei aber gar nicht die Rede, sagt Hinkel. Es handele sich lediglich um eine Ausweitung zu den Spitzenstunden, die von Tag zu Tag variieren würde.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Flughafen Düsseldorf beantragt Änderung der Betriebsgenehmigung

"Wir wollen unter anderem mehr Kapazitäten haben, um Verspätungen abzubauen." Das sagt der Flughafen. "Das stimmt nicht", werfen ihm die Gegner vor. Sie meinen, die vorhandenen Kapazitäten würden stets maximal verplant, so dass die Verspätungen "auch kein Wunder" seien. Noch mehr Flüge bedeuten noch mehr Verspätungen, so die Argumentation.

Für den Flughafen bedeute die Erweiterung laut Sprecher Hinkel mehr Flexibilität. Die Ausweitung sei "angemessen". Und sie sei eine notwendige Voraussetzung dafür, dass der "Standort auch in Zukunft attraktiv bleibt". Nordrhein-Westfalen stehe in einem immer größeren Wettbewerb mit anderen Städten und Ländern, dafür sei ein ausgebauter Flughafen unabdingbar, so Hinkel.

Entscheidung über Flughafen-Antrag fällt 2018

Er will den Bürgern aber die Sorge nehmen: Die Kapazitätsausweitung solle nur unter Wahrung des Angerlandvergleichs stattfinden, betont er. Das ist eine Regelung, die es bereits seit 50 Jahren mit Nachbargemeinden gibt und den Lärmschutz berücksichtigt. "Das Lärmschutzgesetz besteht, um die Flughäfen zu schützen, nicht die Bevölkerung", kritisiert Michel Firholz von der Bürgerinitiative.

Aus der Anflugschneise wegzuziehen kommt trotz der Lärmbelastung nicht infrage, wie Firholz sagt. "Als wir damals eingezogen sind, galten noch andere Regeln." Heute sei ein Umzug für die Rentner mit zu großen Verlusten verbunden.

Der Antrag des Flughafens war Ende Februar beim Verkehrsministerium eingegangen. Zuerst werde dieser von der Bezirksregierung Düsseldorf und anschließend vom Ministerium bearbeitet, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Ob er durchgesetzt oder abgelehnt wird, entscheide sich wohl erst 2018.

Von: airliners.de, dpa
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