Antonow modernisiert An-124

19.06.2015 - 11:11 0 Kommentare

Die "Ruslan" genannten Großfrachter des Typs Antonow An-124 der ukrainischen Gesellschaften sollen zukunftsfit gemacht werden. Indirekt bedeutet dies einen Abgesang auf früher betriebene Pläne, ein modernisiertes Nachfolgemodell der An-124 am Standort Leipzig-Halle zu bauen.

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle
© dpa - Jan Woitas

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle
© dpa - Jan Woitas

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle

Eine Antonow 124 steht auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle
© dpa - Jan Woitas

Frachtverladung am Flughafen Leipzig/Halle

Frachtverladung am Flughafen Leipzig/Halle
© Mitteldeutsche Airport Holding - Uwe Scho

Frachtverladung am Flughafen Leipzig/Halle

Frachtverladung am Flughafen Leipzig/Halle
© Mitteldeutsche Airport Holding - Uwe Schoßig

Der Flugzeugbauer Antonow will die Pilotenkanzeln der sieben von Antonov Airlines betriebenen An-124-Frachter von mechanischen auf elektronische Steuer-, Lenk- und Datensysteme umstellen. Diese Pläne zur grundlegenden Modernisierung der Avionik verkündete der frühere Generaldirektor und heutige Chef-Designer des Herstellers, Dmitry Kiva, auf dem Aérosalon in Le Bourget bei Paris. Laut Kiva wird der Lebenszyklus der Frachter damit deutlich verlängert.

Zu diesem Zweck dient ebenfalls die angestrebte technische Verbesserung der Triebwerke, wodurch die Reichweite der Flugzeuge erhöht und der Treibstoffverbrauch gesenkt werden soll. Durch die geplanten Maßnahmen wird nach den Worten des Antonow-Manager die Performance der Frachter deutlich verbessert. Neben der größeren Reichweite betrifft dies ebenfalls die Transportkapazität, die sich erhöht. Derzeit sind die Frachter für die Mitnahme von bis zu 120 Tonnen pro Flug ausgelegt. Über den Zeitraum der beabsichtigen Maßnahmen und das dabei anfallende Investitionsvolumen äußerte sich Kiva nicht.

Zwei gravierende Konsequenzen

Aus dem Vorhaben ergeben sich zwei gravierende Konsequenzen: Erstens beinhaltet es einen indirekten Abgesang auf früher betriebene Pläne, ein modernisiertes Nachfolgemodell der An-124 am Standort Leipzig-Halle zu bauen. Diese Projektidee hatte der Präsident des russischen An-124-Betreibers Volga-Dnepr, Alexej Isaykin, in der Vergangenheit wiederholt gegenüber der sächsischen Landesregierung und dem Flughafenmanagement als mögliches Gemeinschaftsprojekt zur Sprache gebracht.

Zweitens wird es durch den Alleingang Antonows zur Modernisierung der in Eigenregie betriebenen An-124-Flotte nicht zu einer Zusammenarbeit mit der russischen Luftfahrtindustrie zwecks gemeinsamen Baus einer An-124-X kommen. Ein entsprechendes Vorhaben hatten Vertreter von Volga-Dnepr auf der Berliner ILA im vergangenen Jahr proklamiert, wobei sie dort bereits auf die politischen und rechtlichen Hürden einer Zusammenarbeit mit den ukrainischen Antonow-Werken hinwiesen.

Sie deuteten an, dass sie deshalb aus eigenen Kräften die von Volga-Dnepr und der inzwischen insolventen russischen Gesellschaft Polet betriebenen An-124 hinsichtlich der Avionik auf den heutigen Stand der Technik bringen wollten, sollte eine Kooperation mit Antonow nicht klappen. Diese von Volga-Dnepr angekündigten Umbauten sollen nach bisherigen Aussagen im Werk Uljanowsk an der mittleren Wolga erfolgen. Über die zeitlichen Abläufe und den Beginn der Modernisierungsmaßnahmen liegen derzeit keine Informationen vor. Für den Umbau der Cockpits war zwischenzeitlich auch der Flughafen Leipzig-Halle im Rennen.

© Mitteldeutsche Airport Holding, Uwe Scho Lesen Sie auch: Leipzig gut im Rennen für Modernisierung von Antonov-Frachtern

Unberührt von den Antonow-Plänen bleibt das von Volga-Dnepr und Antonov Airlines betriebene Gemeinschaftsunternehmen Ruslan Salis GmbH. Diese in Schkeuditz bei Leipzig ansässige Firma ist Vertragspartner der EU und der meisten NATO-Staaten. Damit ist sie im Bedarfsfall verantwortlich für die Durchführung von Transportflügen per An-124 in politische und militärische Krisengebiete, so von den westlichen Auftraggebern veranlasst. Gleiches gilt für humanitäre Missionen zur schnellen Versorgung von Betroffenen bei Erdbebenkatastrophen oder Überschwemmungen.

Um das zu gewährleisten, muss Ruslan-Salis dafür sorgen, dass bedarfsweise bis zu sechs An-124 innerhalb kürzester Zeit am Flughafen Leipzig/Halle einsatzbereit sind. An dem Joint Venture sind Volga-Dnepr und Antonov Airlines mit jeweils 50 Prozent der Anteile beteiligt. Entsprechend stellen sie auch die Transportflugzeuge für die Nato und die EU.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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