Nach den Anschlägen starten in Brüssel wieder Passagierflugzeuge

04.04.2016 - 09:54 0 Kommentare

Der Brüsseler Flughafen ist nach den Attentaten zwar immer noch beschädigt - doch es starten wieder Passagiermaschinen. Der Flughafenverband ADV spricht derweil davon, dass der belgische Airport "kein Vorbild" für deutsche Standorte sein könne.

Schild am Airport in Brüssel - © © AirTeamImages.com - Rudi Boigelot

Schild am Airport in Brüssel © AirTeamImages.com /Rudi Boigelot

Knapp zwei Wochen nach den Terroranschlägen ist erstmals wieder eine Passagiermaschine vom Brüsseler Flughafen gestartet. Der bei Selbstmordattentaten beschädigte Airport wurde dabei massiv von Sicherheitskräften geschützt: Unter den neuen strengen Sicherheitsregeln sind provisorische Check-In-Schalter, Metalldetektoren und Gepäckscanner in große weiße, ebenfalls bewachte Zelte vor das Gebäude ausgelagert. Im Terminal erwarteten die Passagiere dann erneut die an Flughäfen üblichen Sicherheitschecks.

Die neuen Außenkontrollen hatten die Gewerkschaften der Flughafenpolizei durchgesetzt. Die Arbeitnehmervertretungen drohten mit Streik, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden sollten. Auch das Flughafen-Personal soll schärfer kontrolliert werden als zuvor.

ADV spricht von "überstürzter Maßnahme"

Brüssel könne jedoch kein Vorteil für deutsche Airports sein, teilte der Flughafenverband ADV anlässlich der Wiedereröffnung mit. "Die Einführung von Kontrollen vor den Terminals am Flughafen Brüssel ist eine überstürzte Maßnahme unter dem Schock der Anschläge und unter dem Druck der verängstigten Arbeitnehmer", erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Das Sicherheitsrisiko werde vor die Terminals verlagert. Passagiere, die dort in Schlangen stünden, ließen sich deutlich schlechter schützen, bekräftige der Verband erneut seinen Standpunkt. "Abgesehen davon, liegen an unseren Flughäfen die baulichen Voraussetzungen für Kontrollen vor den Terminals nicht vor", so Beisel weiter. "Es fehlt schlicht der erforderliche Platz."

Zahl der Flüge soll gesteigert werden

Brussels Airlines ist bislang die einzige Linie, die seit den Anschlägen den Betrieb am Airport wieder aufgenommen hat. Während es am heutigen Montag ausschließlich zu europäischen Zielen geht, sollen ab Dienstag (5. April) auch wieder die ersten Langstrecken-Flieger in Brüssel landen und starten, heißt es auf der Homepage der Lufthansa-Tochter.

Derweil werden viele Maschinen weiter über belgische Regionalflughäfen umgeleitet, aber auch über Frankfurt und Zürich. Die Gesamtzahl der Flüge am Airport in Brüssel soll Stück für Stück wieder gesteigert werden, hieß es.

© dpa, O. Berg, Lesen Sie auch: EU-Kommission erwägt Sicherheitskontrollen vor Flughäfen

Der internationale Airport Zaventem war bisher für den Passagierverkehr geschlossen. Bei den Attacken islamistischer Terroristen kamen am 22. März am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen ums Leben. Nach den Anschlägen hatte die Bundespolizei ihre Kontrollen an Flughäfen in Deutschland intensiviert.

Der Neustart ist nach den Worten des Brüsseler Flughafenchefs Arnaud Feist ein "Zeichen der Hoffnung". Er sagte: "Wir erleben die dunkelsten Tage in der Geschichte der belgischen Luftfahrt." Der provisorische Betrieb erlaubt einem Check-In von bis zu 800 Fluggästen pro Stunde.

Von: ch, AFP, dpa
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