Anhörung zur Zukunft des Luftverkehrs in Nordrhein-Westfalen

31.05.2016 - 15:00 0 Kommentare

Für ein zukunftsorientiertes Luftverkehrskonzept für Nordrhein-Westfalen haben sich jetzt Flughäfen und Branchenverbände ausgesprochen. Anlass ist eine Anhörung im Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Luftaufnahme des Flughafens Düsseldorf. - © © dpa - Achim Scheidemann

Luftaufnahme des Flughafens Düsseldorf. © dpa /Achim Scheidemann

Wie soll sich die Luftverkehrsbranche in Nordrhein-Westfalen künftig entwickeln? Antworten darauf werden von einem Landeskonzept erwartet, für das am Mittwoch eine Anhörung im Ausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des nordrhein-westfälischen Landtags anberaumt wurde. Als Sachverständige waren unter anderem Vertreter des Flughafens Düsseldorf sowie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) und des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) geladen.

Der BDL betonte in einer Stellungnahme, dass Nordrhein-Westfalen zwar über eine außerordentlich große Dichte an Flughäfen verfüge - ob diese notwendig ist und dem tatsächlichen Bedarf entspricht, sollte nach Auffassung der deutschen Luftverkehrswirtschaft jedoch nicht politisch, sondern wirtschaftlich durch die Nachfrage der Kunden entschieden werden.

Die geplante Kapazitätserweiterung am Flughafen Düsseldorf bezeichnete der BDL neben dem Bau des Terminals 3 am Flughafen Frankfurt, der geplanten dritten Start- und Landebahn in München und des Baus des neuen Hauptstadtflughafens BER als eines vier der großen Vorhaben zu einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur in Deutschland. Sie sei sowohl im nordrhein-westfälischen als auch im nationalen Interesse.

© Flughafen Düsseldorf, Andreas Wiese Lesen Sie auch: NRW-Landesregierung: Keine politische Einflussnahme bei Flughafen-Antrag

Der Düsseldorfer Flughafenchef Ludger Dohm betonte, dass "die Infrastrukturplanung für Nordrhein-Westfalen zwingend Antworten darauf geben muss, wie das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland das wachsende Mobilitätsaufkommen der Bevölkerung in Zukunft decken will." Die beantragte Kapazitätsausweitung - die nicht unumstritten ist - könne einen wichtigen Beitrag leisten, ohne dass neue Infrastruktur geschaffen werden müsse oder öffentliche Gelder benötigt würden, hieß es in einer Mitteilung weiter.

Auch die ADV äußerte sich ähnlich. Zu einem zukunftsweisendes NRW-Luftverkehrskonzept gehöre nicht nur ein klares Bekenntnis zu den sechs internationalen Verkehrsflughäfen Dortmund, Düsseldorf, Köln-Bonn, Münster-Osnabrück, Paderborn-Lippstadt und Weeze-Niederrhein, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Er forderte auch "Mut für unverzichtbare politische Weichenstellungen, wie die dringend gebotene Kapazitätserweiterung am Düsseldorfer Flughafen".

Wie für den BDL ist auch für den Flughafenverband der Markt das einzig richtige Korrektiv. "Eine Verkehrssteuerung durch die Politik ist ein Aberglaube der Unkundigen", sagte Beisel laut Mitteilung.

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Die aktuelle "NRW-Luftverkehrskonzeption 2010" stammt aus dem Jahr 2000. Seit längerem wird über ein Folgekonzept diskutiert. Die Düsseldorfer Landesregierung will aber vorerst das Nationale Luftverkehrskonzept des Bundes abwarten. Dieses soll noch im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt werden, hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) unlängst angekündigt.

Von: gk
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