Wie Flugzeugfonds mit dem Air-Berlin-Aus umgehen

16.01.2018 - 09:00 0 Kommentare

Die Flugzeuge der Air Berlin waren am Ende nur noch geleast. Nach der Pleite der Airline müssen die Fondsanbieter umschwenken und schlagen unterschiedliche Wege ein.

Eine Maschine der Air Berlin. - © © Air Berlin - Andreas Wiese

Eine Maschine der Air Berlin. © Air Berlin /Andreas Wiese

Flugzeugfonds, die Mittelstreckenjets an Air Berlin vermieteten, gehen unterschiedlich mit dem Ende der ehemals zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft um. Flugzeugfonds kaufen von den Einlagen privater Anleger (mindestens 10.000 Euro pro Anleger) Maschinen, die sie dann an Fluggesellschaften vermieten. Über die Leasing-Raten bekommen die Anleger Zinsen ausgezahlt.

Die ehemalige Fondstochter der Sparkassen-Gruppe,Hannover Leasing (HL), hat zwei Flugzeugfonds mit dem inzwischen insolventen Carrier aufgelegt: Flight Invest 47 und 48. Die beiden Maschinen hatte Air Berlin an ihre mittlerweile ebenfalls insolvente Tochter Niki weitervermietet. Die Leasingverträge laufen Ende dieses Jahres aus, sodass ein Großteil des Eigenkapitals den Anlegern bereits zurückgezahlt werden konnte, betonte eine Sprecherin gegenüber airliners.de.

HL prüfe aktuell sowohl eine erneute Vermietung als auch einen Verkauf der Flugzeuge. Da das beiden Mittelstreckenjets des Typs A321 ein am Markt gefragtes Modell sind, gebe es laut Hannover Leasing eine Reihe von Interessenten für die Flugzeuge. Momentan geht der Fondsanbieter davon aus, einen Verkaufspreis zu erzielen, der so hoch ist, dass den Anlegern keine Verluste entstehen.

Beachtlicher Zinssatz für Anleger

Die Fonds-Tochter der Commerzbank, die Commerz Real AG, hatte ebenfalls zwei Maschinen an Air Berlin vermietet. Nachdem die Gesellschafter des Fonds zugestimmt hatten, wurden die Leasing-Verträge vorzeitig aufgekündigt und die Maschinen an Lufthansa verkauft, so ein Unternehmenssprecher zu airliners.de. Die Anleger bekamen ihre Einlagen komplett zurückgezahlt.

Beide Maschinen wurden für jeweils 11,5 Millionen Dollar gekauft (umgerechnet rund 9,4 Millionen Euro) und für etwa 20 Millionen Dollar (16,3 Millionen Euro) je Flugzeug verkauft - den Anlegern sind somit etwa sechs Prozent Zinsen vor Steuern (Internal Rate of Return) zugeflossen.

"Der erzielte Verkaufserlös ist unter Berücksichtigung der Insolvenzen von Monarch Airlines und Alitalia als besonders positiv zu bewerten", heißt es auf Anfrage. Denn durch die Insolvenzen sei davon auszugehen, dass es kurzfristig zu einem Überangebot an Maschinen aus der A320-Familie am Markt komme. Ein Überangebot hingegen führt zu fallenden Preisen.

Rein geleaste Flotte

Die Maschinen der Air Berlin waren seit Mitte 2016 alle nur noch geleast. Was aus den Langstrecken-Flugzeugen der Airline geworden ist, haben wir an anderer Stelle nachgezeichnet.

© AirTeamImages.com, Ido Wachtel Lesen Sie auch: Was aus den Langstrecken-Fliegern der Air Berlin wurde

Von: cs
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