Analysten: MTU verdient deutlich weniger

22.07.2009 - 15:51 0 Kommentare

Der Triebwerksbauer MTU hat im zweiten Quartal nach Einschätzung von Branchenexperten bei höherem Umsatz spürbar weniger verdient als ein Jahr zuvor. MTU stellt am Donnerstag die Quartalszahlen vor.

MTU-Firmenzentrale München - © © MTU -

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Die acht von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn von 68,3 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies ein Rückgang um 11 Prozent. Der Überschuss dürfte sogar um gut ein Fünftel auf 28,7 Millionen Euro zurückgegangen sein. MTU will die Quartalszahlen am Donnerstag (23. Juli) vorlegen.

Dabei dürfte das Geschäftsvolumen trotz der anhaltenden Wirtschafts- und Luftfahrtkrise gewachsen sein. Im Schnitt erwarten die Analysten einen Anstieg um 8 Prozent auf 676,8 Millionen Euro. Im gesamten ersten Halbjahr dürfte der Umsatz damit um 9 Prozent auf 1,370 Milliarden Euro gewachsen sein. Beim bereinigten EBIT erwarten die Analysten 143,5 Millionen Euro, beim Überschuss 59,7 Millionen Euro. Nach Einschätzung von Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe ist das Unternehmen auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen.

Erholung erst 2011 erwartet

Die Schwierigkeiten in der Luftfahrt dürften laut MTU-Chef Egon Behle allerdings noch lange nicht ausgestanden sein. Mitte Juni kündigte der Manager an, dass auch das Jahr 2010 noch schwierig werde. Erst 2011 sei mit einer Erholung zu rechnen.

Bei der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget zog das Unternehmen im Juni trotz der Krise Aufträge im Wert von mindestens 300 Millionen Euro an Land. Auch an der Prognose für das Gesamtjahr hielt Behle anlässlich der Messe fest. Demnach soll sich der Umsatz 2009 mit rund 2,8 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau bewegen.

Die EBIT-Marge soll bei 10 Prozent liegen, der Überschuss wegen höherer Investitionen von knapp 180 auf rund 140 Millionen Euro sinken. Für das kommende Jahr deutete Behle zuletzt an, dass der Umsatz unter Druck geraten könnte. "Ich hoffe, dass wir spätestens 2012 wieder das Niveau von 2008 erreichen." Vielleicht sei dies auch schon 2011 möglich.

Entscheidung über A400M

Unter Druck steht MTU auch wegen der Hängepartie um den Militärtransporter A400M. Der Luft- und Raumfahrtkonzern, der das Flugzeug federführend baut, verhandelt seit Monaten mit sieben Auftraggeber-Nationen über Änderungen in den Lieferverträgen und den technischen Eigenschaften des Fliegers. Damit will EADS eine mögliche Kündigung des Auftrags durch die Staaten verhindern. Andernfalls müssten Anzahlungen in Höhe von 5,7 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.

Die europäischen Verteidigungsminister der A400M-Kundenstaaten kommen am 24. Juli zusammen, um über das Milliardenprojekt zu entscheiden. Der erste Militärtransporter sollte ursprünglich in diesem Oktober an das französische Heer geliefert werden. Die Entwicklung dauert aber voraussichtlich drei Jahre länger und kostet mehrere Milliarden Euro mehr als geplant. Der Erstflug wurde auf Ende 2009 verschoben. Zuletzt hatte MTU wegen der Verspätung des Fliegers 45 Millionen Euro zur Seite gelegt. Für weitere Rückstellungen sah Vorstandschef Behle keinen Anlass.

Von: dpa-AFX
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