Preiskampf wirkt sich negativ auf Wachstumspläne der Lufthansa aus

03.05.2016 - 08:03 0 Kommentare

Die Lufthansa Group hat im ersten Quartal einen Verlust hinnehmen müssen. Finanzchefin Simone Menne hält zwar an ihrem Gewinnziel fest, allerdings kappt die Airline ihre Wachstumspläne.

Ein Sperrschild steht am Check-In der Lufthansa. - © © dpa - Hendrik Schmidt

Ein Sperrschild steht am Check-In der Lufthansa. © dpa /Hendrik Schmidt

Der Preiskampf im Passagier- und Frachtgeschäft wirkt sich negativ auf die Lufthansa Group aus. Im ersten Quartal konnte Europas größter Luftfahrtkonzern seinen saisontypischen Verlust im laufenden Geschäft zwar deutlich eindämmen, wie das Unternehmen jetzt in Frankfurt mitteilte. Doch das lag vor allem an gesunkenen Treibstoffkosten.

Die Einnahmen gingen zurück. Die Lufthansa-Führung um Vorstandschef Carsten Spohr kappt nun ihre Wachstumspläne und will das Flugangebot 2016 nicht so stark ausweiten wie angekündigt.

Finanzchefin Menne hält an Gewinnziel fest

An ihrem Gewinnziel macht Finanzchefin Simone Menne aber keine Abstriche. So soll der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) in diesem Jahr den Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro wie geplant leicht übertreffen. Mögliche Streikfolgen sind hier aber herausgerechnet.

Die Lufthansa-Aktie reagierte mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachrichten. Zum Handelsstart an der Frankfurter Börse verlor das Papier am Morgen fast vier Prozent an Wert.

Der Druck auf die Ticketpreise werde 2016 voraussichtlich nicht nachlassen, schätzt das Management. Eigentlich wollte der Vorstand das Flugangebot im Passagierverkehr der Konzernmarken Lufthansa, Eurowings, Swiss und Austrian Airlines in diesem Jahr um 6,6 Prozent ausweiten. Jetzt ist nur noch ein Plus von sechs Prozent geplant.

Wir prüfen weitere Kapazitätssenkungen, je nachdem, wie sich das Preisumfeld entwickelt.

Simone Menne, Finanzvorstand Lufthansa Group

Im ersten Quartal bekam die Lufthansa den Preiskampf bereits zu spüren. Obwohl die Zahl der Fluggäste um rund vier Prozent auf 22,3 Millionen stieg, sank der Umsatz konzernweit um rund ein Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Dennoch schrumpfte das bereinigte Ebit um gut zwei Drittel auf minus 53 Millionen Euro.

© dpa, Lesen Sie auch: Fluggastzahlen: Konkurrenz für Lufthansa Group wird stärker

Das verdankte die Lufthansa merklichen Einsparungen im Betrieb und dem billigen Kerosin, für das sie 237 Millionen Euro weniger ausgeben musste als ein Jahr zuvor. Zudem hatten Pilotenstreiks und Abschreibungen auf die venezolanische Währung Bolivar den Konzern Anfang 2015 mit rund 100 Millionen Euro belastet.

Unter dem Strich stand diesmal ein Verlust von acht Millionen Euro. Anfang 2015 hatte der Verkauf der Beteiligung an der US-Fluglinie Jetblue noch zu einem Quartalsgewinn von 425 Millionen Euro geführt. Bei den Ergebniszahlen schnitt der Konzern nun besser ab als von Analysten erwartet. Fluggesellschaften schreiben in den reiseschwachen Monaten Januar bis März meist rote Zahlen.

Lufthansa Cargo mit Umsatzeinbruch

Besonders groß war der Einbruch diesmal bei der Frachttochter Lufthansa Cargo. Dort ging der Umsatz um 22 Prozent zurück, beim bereinigten Ebit sackte die Airline mit 19 Millionen Euro in die Verlustzone. "Der Effekt bei der Fracht ist überhaupt nicht schön", sagte Menne und kündigte "strukturelle" Maßnahmen an.

Das Unternehmen hat bereits ein Sparprogramm eingeleitet, die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze sollten nach bisherigen Aussagen jedoch erst im zweiten Halbjahr feststehen. Auch die Wartungstochter Lufthansa Technik und die Bordverpfleger LSG Sky Chefs mussten zum Jahresstart Ergebniseinbußen hinnehmen.

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Im Passagiergeschäft lief es höchst unterschiedlich: Während die Kernmarke Lufthansa beim bereinigten Ebit von der Verlust- in die Gewinnzone flog, halbierte sich der Gewinn bei der Schweizer Tochter Swiss. Austrian Airlines konnte ihren Verlust nahezu halbieren, während die im Aufbau befindliche Billigmarke Eurowings tiefer in die Verlustzone sackte.

Für das laufende Jahr geht die Lufthansa weiter von deutlichen Entlastungen beim Kerosin aus. Mit 4,8 Milliarden Euro sollen die Treibstoffkosten weiterhin rund eine Milliarde Euro niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Verfall der Ticketpreise dürfte allerdings den Großteil des Vorteils aufzehren.

Von: ch, dpa-AFX
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