An bayerischen Flughäfen drohen Streiks

21.01.2016 - 16:28 0 Kommentare

In München und weiteren bayerischen Flughäfen drohen neue Streiks. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die Sicherheitsmitarbeiter an den Airports. Die sind momentan vor allem aus einem Grund festgefahren.

Ein Durchgang-Verboten-Schild steht am Flughafen in München vor Check-in-Schaltern der Lufthansa.  - © © dpa - Andreas Gebert

Ein Durchgang-Verboten-Schild steht am Flughafen in München vor Check-in-Schaltern der Lufthansa. © dpa /Andreas Gebert

Die Tarifverhandlungen für die Sicherheitsmitarbeiter an den bayerischen Flughäfen drohen zu eskalieren: Streiks seien ab sofort möglich und das auch in München, erklärte jetzt Kai Winkler, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, auf Nachfrage von airliners.de.

Grund für die festgefahrene Situation: Während Verdi einen gemeinsamen Tarifvertrag für alle Mitarbeiter im bayerischen Sicherheitsgewerbe anstrebt, sieht es die Arbeitgeberseite anders. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) will über seinen Fachverband Aviation einen separaten Tarifvertrag nur für die Beschäftigten in der Luftsicherheit aushandeln.

Die Zuständigkeit für diesen Bereich liege nicht mehr bei der BDSW-Landesgruppe Bayern, sondern seit vergangenen Sommer beim Fachverband, hieß es in einer Mitteilung. "Verdi Bayern will allerdings nicht mit dem Fachverband verhandeln" und versuche, die Zuständigkeit gegebenenfalls zu erstreiken, hieß es weiter.

Dem widersprach Winkler vehement: "Das ist falsch." Verdi würde gern sowohl mit dem BDSW als auch mit dem Fachverband Aviation verhandeln. Grundbedingung: Am Ende müsse ein allgemeinverbindliches Tarifwerk für die Branche in Bayern stehen. Bei einem separaten Tarifvertrag, so die Verdi-Einschätzung, sei Lohndumping an den Flughäfen zu befürchten.

Ein oder zwei Verträge? Diese Frage bestimmt also momentan die Situation. Über Löhne oder Ähnliches sei noch gar nicht gesprochen worden, sagte Winkler. Auch einen neuen Verhandlungstermin gebe es nicht. Ob, wann und wo mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen sei, ließ er offen.

© BDSW, Lesen Sie auch: "Es bleibt abzuwarten, ob es wieder zu Streiks kommen wird"

Der Fachverband Aviation des BDSW hat nach eigenen Angaben mit Verdi bereits in zehn von 16 Bundesländern - unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg - eigenständige Aviation-Tarifverträge abgeschlossen. Gleichzeitig und getrennt davon hat auch die jeweilige BDSW-Landesgruppe mit Verdi eigene Lohnerhöhungen für die allgemeinen Sicherheitsdienstleistungen vereinbar.

Von: gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Die Streiks bei der Lufthansa haben 2015 für viele Schlagzeilen gesorgt. Lufthansa streicht jeden zweiten Flug

    Streik von Verdi an vier deutschen Flughäfen: Die Lufthansa streicht für Dienstag die Hälfte der geplanten Verbindungen - dies sind rund 740 Verbindungen. airliners.de mit einer Auswertung der Annullierungen an deutschen Airports.

    Vom 09.04.2018
  • Reisender in Frankfurt: Massive Einschränkungen im Flugverkehr am Dienstag. Nicht nur bei Lufthansa: Streiks lähmen Airports

    Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am ersten Tag vor allem den Luftverkehr beeinträchtigt. Zwar betreffen die Aktionen nur vier Airports, doch die Auswirkungen sind groß. airliners.de fasst die Lage zusammen.

    Vom 10.04.2018
  • Mitabeiterin von Kötter Aviation Security. Wieder Ärger beim Sicherheitspersonal in Düsseldorf

    Der Sicherheitsdienstleister Kötter hat am Flughafen Düsseldorf weiter mit Personalproblemen zu kämpfen: Nun wurden die Pausenzeiten an den Kontrollen gekürzt - die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm wegen Überlastung der Mitarbeiter.

    Vom 20.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus