Beruf & Karriere

An Flughäfen ist von Bewerbermangel keine Spur

07.09.2016 - 14:27 0 Kommentare

Vom aktuellen Azubi-Mangel in Deutschland ist die Luftfahrtbranche weitgehend verschont geblieben. Nicht nur an den großen Flughafenstandorten sind die Bewerberzahlen enorm.

Rund 100 junge Menschen haben in diesem Jahr ihre Ausbildung beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport begonnen - beworben hatten sich mehrere Tausend. - © © Fraport -

Rund 100 junge Menschen haben in diesem Jahr ihre Ausbildung beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport begonnen - beworben hatten sich mehrere Tausend. © Fraport

"Bewerbermangel: Deutschen Betrieben gehen die Azubis aus" - unter dieser Schlagzeile berichtete "Spiegel online" unlängst über das jetzt gestartete neue Ausbildungsjahr. Deutschlandweit seien noch rund 172.000 Lehrstellen unbesetzt. Als Gründe wurde die sinkende Zahl an Schulabgängern und der Trend zum Studium genannt.

An den großen deutschen Flughafenstandorten ergibt sich hingegen ein anderes Bild. So hatte beispielsweise der Fraport-Konzern für einen Ausbildungs- beziehungsweise Studienbeginn in diesem Jahr 111 Ausbildungsplätze und duale Studiengänge ausgeschrieben. Dafür gingen 4560 Bewerbungen ein, teilte das Unternehmen auf Nachfrage von airliners.de mit.

Ähnliche Lage an anderen Airports

Ähnlich sieht es in Hamburg, Berlin und München aus. Am Flughafen in der Hansestadt kommen auf jährlich etwa 50 zu vergebende Azubi-Stellen zwischen 1000 und 1200 Bewerbungen. Beim Berliner Flughafenbetreiber FBB gab es wie im Vorjahr rund 800 Bewerbungen - aber nur 24 neue Azubis beziehungsweise Studenten starteten in diesem Jahr ihre Ausbildung. Und auch am Airport München übersteigt die Zahl der Bewerber die der zu vergebenden Plätze deutlich.

Und nicht nur an den großen Flughäfen braucht man sich über mangelndes Bewerberinteresse nicht beklagen. Am Allgäu Airport Memmingen beispielsweise haben in diesem Jahr drei junge Frauen ihre Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr begonnen beziehungsweise nehmen ein Studium im Fach Reiseverkehrsmanagement - in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg - auf.

"Für den aktuellen Ausbildungsstart haben wir 80 Bewerbungen für die Ausbildungsplätze und 75 Bewerbungen für das duale Studium erhalten", teilte PR-Managerin Marina Siladji mit. Generell sei die Nachfrage gut, es gebe keine Schwierigkeiten, die Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen.

Großes Interesse an Studienplätzen

Allerdings ist die Tendenz weg von der klassischen Ausbildung hin zum Studium auch in der Luftfahrt spürbar. So gab es bei Fraport nicht nur eine wesentlich höhere Bewerberquote bei den kaufmännischen Berufen (2961 Bewerber für 43 Plätze) gegenüber den technischen Berufen (1599 Bewerber für 68 Plätze).

Es sei auch ein zunehmend größer werdendes Interesse bei dualen Studiengängen zu verzeichnen gewesen, berichtete Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Von den insgesamt 4560 Bewerbern hätten sich 2281 für 24 duale Studienplätze beworben. Besonders nachgefragt war der betriebswirtschaftliche duale Studiengang "Luftverkehrsmanagement". "Hier hatten wir für Ausbildungsbeginn 2016 1006 Bewerber auf zwölf Studienplätze", so Hulick.

Weitere Informationen

Wer sich generell über einen neuen Job oder Umschulungs- sowie Trainingskurse in der Luftfahrtbranche informieren will, findet viele Angebote im Luftfahrt-Stellenmarkt sowie in der Trainings-Kursdatenbank auf airliners.de.

Für künftige Bewerber hat Fraport-Sprecher Hulick noch einige Tipps parat. Sie sollten sorgfältig prüfen, ob ihre Fertigkeiten und Interessen mit den Anforderungsprofilen der jeweiligen Ausschreibungen übereinstimmen. Ein "Dafür habe ich mich schon immer interessiert" sollte durch konkrete Aussagen untermauert werden können. Auch das Freizeitverhalten wie beispielsweise Hobbys sei hierfür sehr aussagekräftig. Diese Informationen seien für Fraport dann wichtiger als ausschließlich Schulnoten. Und: Im Bewerbungsgespräch sollte man authentisch sein.

Ähnlich sieht das Marina Siladji vom Flughafen Memmingen. Auch sie rät dazu, sich zu informieren, welches der vielen Berufsbilder an einem Flughafen persönlich am besten passt. Und sie empfiehlt, entsprechende Firmen beispielsweise in der Abfertigung, Flugsicherung oder -technik wegen eines Praktikums anzufragen.

Logistiker sucht Auszubildende für 2017

Für alle, die 2017 eine Ausbildung an einem Airport beginnen wollen, hat vielerorts bereits die Bewerbungszeit begonnen. Das gilt auch für die Logistik, ein extrem wichtiger aber oftmals weniger beachteter Teil des Luftverkehrs. Beispielsweise sucht Kühne & Nagel derzeit schon für das kommende Jahr neue Auszubildende zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen. Diese für den Bereich Luftfracht zu finden, sei schwieriger als für die andere Bereiche des Logistikkonzerns, sagt Junior-Personalreferentin Lisa Nahrendorf.

© Volga-Dnepr Airlines, Lesen Sie auch: Luftfrachtbranche bietet Logistikexperten viele Möglichkeiten

Von: gk
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