Am Frankfurter Flughafen gibt es ein "Labyrinth" für Millionen Koffer

06.07.2014 - 11:11 0 Kommentare

Pro Jahr werden am Frankfurter Flughafen rund 30 Millionen Gepäckstücke verschoben. Das funktioniert nur über ein ausgeklügeltes Fördersystem. Die Anlage am Frankfurter Airport wird in diesen Tagen 40 Jahre alt - dabei hing ihre Inbetriebnahme am seidenen Faden.

Gepäckförderanlage am Flughafen in Düsseldorf

Gepäckförderanlage am Flughafen in Düsseldorf
© dpa - Federico Gambarini

Koffer liegen in der Gepäckabfertigungsanlage des Flughafens Düsseldorf auf einem Fließband.

Koffer liegen in der Gepäckabfertigungsanlage des Flughafens Düsseldorf auf einem Fließband.
© dpa - Marius Becker

ine Besucherin steht am Flughafen von Frankfurt in einer Ausstellung zum Thema "Gepäckförderanlage".

ine Besucherin steht am Flughafen von Frankfurt in einer Ausstellung zum Thema "Gepäckförderanlage".
© dpa - Frank Rumpenhorst

In gut zwölf Metern Tiefe unter dem Terminal 1 am Frankfurter Flughafen ziehen Koffer, Taschen und Rucksäcke gemächlich ihre Kreise. In Wannen verladen wird das Gepäck auf Schienen durch eine unterirdische Lagerhalle bugsiert. Das Netz aus Förderbändern - zwei Schienen nebeneinander und bis zu vier übereinander - wirkt auf Besucher im Bauch des Flughafens wie ein undurchschaubares Labyrinth.

Tatsächlich ist die Lagerhalle Teil eines ausgeklügelten Gepäckfördersystems, das in diesen Tagen 40 Jahre alt wird. Bei ihrer Inbetriebnahme 1974 sei die Anlage weltweit die einzige gewesen, die Koffer und Taschen gleichzeitig transportieren, sortieren und Gepäckdaten speichern konnte, sagt Elena Elkhanova vom Flughafen-Betreiber Fraport. Am Grundprinzip habe sich all die Jahre nichts geändert, ergänzt Martin Bien, Leiter der Bodenverkehrsdienste bei Fraport. Jeweils eine mit einem Code versehene Wanne werde mit einem Gepäckstück «verheiratet» - so könne jede Tasche jederzeit in dem weit verzweigten Tunnelsystem aufgespürt werden.

Weltweite Datenbank hilft bei Suche nach verlorenem Gepäck

Passagiere, die dennoch ihr Gepäck verloren haben, könnten eine Verlust-Anzeige aufgeben, erklärt Kundenbetreuerin Elkhanova. Jeder Koffer, der nicht mehr zugeordnet werden könne, werde in eine weltweite Datenbank aufgenommen und mit den Anzeigen abgeglichen. Die Fehlerquote des Fördersystems liegt nach Unternehmensangaben bei 1,6 Prozent.

Besonders verschärft wurden im Laufe der Jahre die Sicherheitskontrollen. Heute werde jedes Gepäckstück geröntgt, erklärt Bien. Aus einer Zentrale, die an die Leitstelle eines großen Kraftwerkes erinnert, wird die Anlage rund um die Uhr überwacht.

Basis für knappe Umsteigezeiten

Verändert haben sich auch die Dimensionen des Fördersystems: Wurden 1974 noch 13.000 Gepäckstücke täglich abgefertigt, schafft die Anlage den Angaben nach heute bis zu 20.000 in der Stunde. Sie sei daher eine wesentliche Grundlage für den Ausbau des Frankfurter Flughafens zum internationalen Drehkreuz, sagt Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen. Mehr als die Hälfte der jährlich 58 Millionen Fluggäste steigt in Frankfurt nur um. Mit der Förderanlage könnten Gepäckstücke innerhalb von 45 Minuten von einem Flugzeug ins andere verladen werden - nur so könne Fraport auch knappe Umsteigezeiten gewährleisten.

Dabei war es 1974 keine Selbstverständlichkeit, dass die Anlage gut zwei Jahre nach der Eröffnung des ersten Terminals in Betrieb genommen wurde. Damals sei man an die Grenze des technisch Möglichen gegangen, sagt Bien rückblickend. «Anfangs hing das Ding am seidenen Faden.»

Von: Jakob Blume, dpa
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