Am Flughafen Parchim wird nur noch verkürzt gearbeitet

04.11.2016 - 15:27 0 Kommentare

Der Parchimer Flughafen hat bereits seit einer Weile die Betriebszeiten eingeschränkt. Das könnte sich auf die hochfliegenden Pläne für ein Luxus-Outlet-Center für chinesische Touristen auswirken.

Blick auf das Vorfeld des Flughafens in Parchim - © © dpa - Jens Büttner

Blick auf das Vorfeld des Flughafens in Parchim © dpa /Jens Büttner

Auf dem Flughafen Parchim wird seit zwei Monaten verkürzt gearbeitet. Die Betriebszeiten wurden auf sechs Stunden täglich reduziert, am Sonntag bleibt der Airport geschlossen, wie das Verkehrsministerium in Schwerin auf Anfrage mitteilte. Für die Beschäftigten gelte Kurzarbeit. Eine Ministeriumssprecherin sagte, der Flughafen habe die Änderungen im September mitgeteilt. Gründe seien nicht genannt worden. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Der Flughafen-Betriebsleiter Jens Lindemann war am Freitag zunächst nicht zu erreichen.

Der Sender NDR 1 Radio MV warf die Frage auf, ob damit die Pläne für das "Airport Village" in Gefahr sind. Der chinesische Investor Jonathan Pang hatte Anfang des Jahres angekündigt, in Parchim ein Luxus-Outlet-Center zu bauen. Die Luxus-Shopping-Mall soll nach den Plänen Pangs etwa 12.000 Quadratmeter groß werden. Hauptsächlich chinesische, russische und arabische Kunden sollen die Mall besuchen - die Investoren rechnen pro Tag mit 3000 Passagieren in Parchim.

© Neue Visionen Filmverleih, Lesen Sie auch: Dokufilm zu chinesischem Flughafen-Investor kommt ins Kino

Ursprünglich gebaut wurde der Flughafen Parchim in den 1930er Jahren. Im April 1945 durch amerikanische Bomber zerstört, entstand hier 1952/53 die drei Kilometer lange und 55 Meter breite Start- und Landebahn für die sowjetischen Streitkräfte. Ende 1992 zogen die letzten russischen Truppen ab. Danach gab es einige Touristenflüge nach Bulgarien und auf die Baleareninsel Mallorca. 2001 scheiterte ein Verkauf des 850 Hektar großen Airports an die britische Wiggins Group. 2007 übernahm der Chinese Pang die Immobilie.

Von: dpa, gk
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