Allianz überweist Millionenversicherung nach MH370-Verschwinden

19.03.2014 - 15:04 0 Kommentare

Das Flugzeug aus Malaysia wird immer noch vermisst, eine Millionenentschädigung aus Deutschland ist aber schon unterwegs. Der Versicherungsriese Allianz hat die Überweisung auf den Weg gebracht.

Flaggen des Versicherungskonzerns Allianz. - © © Allianz -

Flaggen des Versicherungskonzerns Allianz. © Allianz

Der Versicherungskonzern Allianz hat mit der Auszahlung einer Millionensumme für das vermisste Flugzeug aus Malaysia begonnen. Außer der Fluggesellschaft Malaysia Airlines erhielten auch die Angehörigen der vermissten Passagiere eine finanzielle Entschädigung, sagte eine Sprecherin des Münchner Konzerns am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht des «Handelsblatts». Wie viel Geld die Angehörigen erhalten, blieb aber offen.

Die gesamte Versicherungssumme für die Maschine soll bei mehr als 100 Millionen Dollar liegen, hieß es aus Versicherungskreisen. Die Sprecherin äußerte sich nicht dazu. Die Allianz führt ein Konsortium aus mehreren Unternehmen an, das die Flotte der Malaysia Airlines versichert hat. Wie groß der Anteil der Allianz an den gesamten Zahlungen ist, blieb unklar.

Das Geld wurde nach Angaben der Sprecherin nicht direkt an die Angehörigen und die Fluggesellschaft gezahlt, sondern zunächst auf ein Treuhand-Konto. Von dort sollen die Gelder unter juristischer Aufsicht weitergeleitet werden.

Dass das Geld schon fließt, obwohl die Maschine noch gar nicht gefunden wurde, ist nicht unüblich: In den Versicherungsverträgen für Flugzeuge sind in der Regel klare Fristen benannt, nach denen die Entschädigungszahlungen geleistet werden müssen. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Flugzeug nach mehreren Tagen immer noch vermisst wird. Das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord ist seit dem 8. März spurlos verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking.

Aus der Suche nach der Ursache für das Unglück halten sich die Versicherungen heraus. Man wolle sich nicht einmischen und überlasse die Ermittlungen den Behörden, sagten mehrere Vertreter von Versicherern dem «Handelsblatt». Für sie ist das Ergebnis der Untersuchungen aber von großem Interesse. Denn sollte sich herausstellen, dass ein Terrorakt dahinter steckt, müssten eventuell andere Versicherungen die Kosten übernehmen. Terrorrisiken gehören nicht zu einer normalen Versicherungspolice und müssen zusätzlich abgeschlossen werden. Im Fall der vermissten Maschine aus Malaysia soll dieses Risiko bei einem Versicherungssyndikat von Lloyd's of London liegen.

Von: dpa
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