Alitalia-Zukunft könnte sich in dieser Woche entscheiden

11.02.2019 - 16:19 0 Kommentare

In dieser Woche könnte sich entscheiden, welche Airline strategischer Partner der kriselnden Alitalia wird. Delta Air Lines bringt neue Pläne ins Spiel, während der Kranich seinen Status als Premium-Airline betont.

Alitalia steht zum Verkauf. - © © ANSA/dpa - Ettore Ferrari

Alitalia steht zum Verkauf. © ANSA/dpa /Ettore Ferrari

Wenn am Mittwoch (13. Februar) der Verwaltungsrat der staatlichen italienischen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) tagt, könnte sich entscheiden, welche Airline strategischer Partner von Italiens Flagcarrier Alitalia wird. Kurz vor dem nächsten Treffen berichten italienische Medien von einem weiteren Angebot: Delta Air Lines könne sich vorstellen, den Flugbetrieb in einem Bündnis mit Billigflieger Easyjet zu übernehmen.

Dabei würde der Flugbetrieb geteilt. Einige Langstrecken wollen die Amerikaner in ihre Allianz für Nordatlantikflüge integrieren - zu der bisher Air France/KLM und Virgin Atlantic gehören. Die Europa-Strecken soll der orange-weiße Low-Coster übernehmen.

Delta in Rom, Easyjet in Mailand

Damit könnten auch die beiden Drehkreuze der Italiener in Rom-Fiumicino und Mailand-Malpensa erhalten bleiben. In Rom übernehmen die Amerikaner die Planung der Nordamerika-Langstrecken. Am Airport Mailand-Malpensa könnte Easyjet ihre jetzt schon bestehende Vormachtstellung weiter ausbauen.

Airlines in Italien
Angaben in Prozent
Ryanair 25.2
Alitalia 22.8
Easyjet 10.9
Vueling 3.3
Lufthansa 3.2
Übrige Airlines 34.8

Nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten ab italienischen Airports aktuell.Quelle: ch-Aviation

Uneinig sei man noch bei der Höhe einer möglichen Anteilsübernahme, heißt es. Delta Air Lines biete 20 Prozent. Die FS, die selbst Teile der Airline übernommen hat und für die italienische Regierung einen Partner sucht, fordert mindestens 35 bis 40 Prozent. Dennoch würden sowohl die FS als auch die italienische Regierung die Delta-Idee bevorzugen, da sie einen geringeren Personalabbau vorsehe. Easyjet wollte diese Gerüchte nicht kommentieren, berichten die Medien.

Lufthansa verweist auf ihren Premium-Status

Auch Lufthansa bekräftigt weiter Interesse an Alitalia. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" betonte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister, dass man, wenn man den Zuschlag erhalten würde der "stolzen Alitalia" und ihren Mitarbeitern eine "echte Perspektive" bieten würde.

Diese kann laut Hohmeister nur im Premium-Segment liegen, "denn nur so kann sich Alitalia im Wettbewerb differenzieren", so der Lufthansa-Manager. Auch gebe es im italienischen Low-Cost-Bereich bereits zu viele Anbieter. Sollte der deutsche Carrier doch den Zuschlag erhalten, bliebe Alitalia sowohl operativ eigenständig als auch als Marke erhalten.

Dennoch wiederholte Hohmeister, dass man als Lufthansa nur eine restrukturierte Airline übernehmen wolle. Davon wären rund 3000 betroffen. Ähnliche Zahlen hätte auch mitbietende Airlines präsentiert, so Hohmeister.

Staatskredit sichert Operations

Die ehemalige Staatsairline war im Frühjahr 2017 nach einem gescheiterten Sanierungsversuch aus eigener Kraft in die Pleite gerutscht. Sie wurde unter staatliche Sonderverwaltung gestellt, was im Deutschen einem Insolvenzverfahren entspricht.

Zusätzlich genehmigte Rom der Airline einen inzwischen milliardenschweren Kredit, der seit dem die Operations der Alitalia sichert. Die Frist für die Rückzahlung wurde immer wieder nach hinten verlegt.

© AirTeamImages.com, Alex Filippopoulos Lesen Sie auch: Rom: Alitalia soll Staatskredit erst im Frühsommer tilgen

Von: br
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