Alitalia wird arabisch: Etihad Airways vor Großeinstieg

19.12.2013 - 09:59 0 Kommentare

Etihad strickt weiter an ihrem globalen Zubringernetz. Laut Insidern sollen sich die Verhandlungen über einen Einstieg bei der finanziell angeschlagenen Alitalia in einem fortgeschrittenen Stadium befinden.

Alitalia Maschinen am Boden

Alitalia Maschinen am Boden
© dpa

Etihad Airways Boeing 777-300ER

Etihad Airways Boeing 777-300ER
© AirTeamImages.com

Der strauchelnden Fluggesellschaft Alitalia winkt nun offenbar doch Hilfe vom arabischen Air-Berlin-Partner Etihad. Die Fluggesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi wolle Alitalia mit rund 300 Millionen Euro frischem Kapital unter die Arme greifen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Araber würden damit größter Anteilseigner der einstigen italienischen Staatsfluglinie. Allerdings gebe es noch andere mögliche Partner. Den Insidern zufolge befinden sich die Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium. Es gebe jedoch noch keine endgültige Entscheidung. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Noch im September hatte Etihad-Chef James Hogan eine Kapitalspritze für die Italiener klar ausgeschlossen. "Ob wir in Alitalia investieren? Die Antwort darauf ist: nein", hatte der Manager damals bei einem Kongress in Köln gesagt. Der größte Anteilseigner von Alitalia, die französisch-niederländische Air France-KLM, hatte eine Beteiligung an der von der italienischen Fluglinie benötigten Kapitalerhöhung abgelehnt, da ihr die Sparmaßnahmen nicht weit genug gehen. Damit sinkt die Beteiligung von derzeit 25 auf künftig sieben Prozent.

Aeroflot und Qatar Airways hatten einen Einstieg laut Medienberichten abgelehnt. Ein Angebot von Ryanair-Chef Michael O'Leary, künftig mit den Italienern zusammenzuarbeiten, lehnte Alitalia laut Medienberichten ab.

Die gesamte Kapitalerhöhung soll sich auf 300 Millionen Euro belaufen und von privaten Investoren, den Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo sowie der staatlichen Post gesichert sein. Hinzukommen sollen Kredite im Volumen von 200 Millionen Euro. Eine Vollzugsmeldung steht aber noch aus.

Auch Etihad wartet den Insidern zufolge auf den Ausgang der Kapitalerhöhung. In der Zwischenzeit nehme das Unternehmen bereits die Finanzen der schwer angeschlagenen Airline unter die Lupe und rechne ein Gebot durch. Alitalia benötigt nach jahrelangen Verlusten frisches Geld. Zwischenzeitlich drohte dem Unternehmen bereits die Einstellung des Flugbetriebs. Branchenkennern zufolge kann das Unternehmen alleine nicht überleben und braucht dringend einen strategischen Partner.

Etihad hat damit Erfahrung. Vor rund zwei Jahren spendierte das Unternehmen auch der angeschlagenen Air Berlin eine Finanzspritze und eine neue Kreditlinie und stieg dabei zum größten Aktionär der zweigrößten deutschen Fluglinie auf. Die Araber bauen sich auf diese Weise ein Zubringernetz für ihre Langstreckenflüge auf.

Neben Air Berlin (29 Prozent) ist Etihad derzeit an der indischen Jet Airways (24 Prozent), Air Seychelles (40 Prozent), Virgin Australia (19,9 Prozent) und Aer Lingus (drei Prozent) beteiligt. Ab Januar 2014 greift die 49-prozentige Beteiligung der Airline an Air Serbia (ehemals Jat Airways). Der Einstieg bei der schweizerischen Darwin Airlines bedarf noch der Genehmigung durch die Behörden.

Von: dpa, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung 2018. Lufthansa-Chef sieht Grenzen des Wachstums

    Ungebremste Expansion und stetig sinkende Preise gehören nach Ansicht von Lufthansa-Chef Spohr der Vergangenheit an - nicht nur bei seiner Airline. Denn Personal und Ressourcen sind knapp geworden, sagte er bei der Lufthansa-Hauptversammlung.

    Vom 08.05.2018
  • Jean-Marc Janaillac. Air-France-Chef tritt im Streit um Tariferhöhung zurück

    Trotz steigender Passagierzahlen und einem operativem Gewinnsprung bei KLM kommt der französisch-niederländische Konzern Air France-KLM nicht aus den roten Zahlen. Grund sind Streiks bei Air France. Chef Jean-Marc Janaillac gibt nun sein Amt ab.

    Vom 04.05.2018
  • A380-800 von Singapore Airlines. Allererste A380-Jets sollen zerlegt werden

    Vier A380-Doppelstöcker hat die Dr. Peters Group bei Singapore Airlines untergebracht. Nachdem die Leasing-Verträge nun ausgelaufen sind, ist klar, was mit den ersten beiden Maschinen passieren soll. Die Anleger müssen der Lösung noch zustimmen.

    Vom 05.06.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Flughafen Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »