Verwirrung um angebliches Gebot von Singapore Airlines

Alitalia verschiebt Entscheidung über zukünftigen Partner

13.12.2007 - 18:54 0 Kommentare

Im Bietergefecht um die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia hat am Donnerstag ein vierter Bewerber sein Interesse bekundet. Ein Konsortium um die asiatische Fluglinie Singapore Airlines habe in einem Brief angekündigt, ein Angebot für eine Beteiligung abgeben zu wollen, teilte Alitalia mit. Singapore Airlines dementierte diese Berichte. Die italienische Airline hatte zuvor die Entscheidung über ihren zukünftigen Partner, der das in der Krise steckende Unternehmen sanieren soll, auf Dienstag verschoben.

Singapore Airlines dementierte am Donnerstag ein Interesse an Alitalia. Das Unternehmen wolle kein Angebot für die italienische Fluggesellschaft unterbreiten, erklärte das asiatische Unternehmen. Zuvor hatte Alitalia erklärt, es habe einen Brief eines Konsortiums unter der Führung von Singapore Airlines erhalten, in dem die Gruppierung ein Angebot in Aussicht stellt.

Laut Alitalia hatte man einen Brief des Konsortiums um Singapore Airlines, zu dem auch die Investmentfonds Evergreen und THL Transportation gehören, an das italienische Wirtschaftsministerium weitergeleitet.

Laut Medienberichten hatte die Regierung zuvor um einen Aufschub der Entscheidung gebeten, welcher Partner die in einer tiefen Krise steckende Gesellschaft sanieren soll. Offenbar gibt es Streit um die Frage, ob Alitalia in italienischer Hand bleiben oder ein ausländischer Partner ins Boot soll.

Bisher hatten die französische Fluggesellschaft Air France-KLM, die italienische AP Holding, sowie ein Konsortium um einen römischen Anwalt ein Gebot abgegeben.

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia will nun erst am 18. Dezember über Exklusivverhandlungen mit einem möglichen Käufer entscheiden. Das teilte der Verwaltungsrat der verlustreichen Alitalia am Donnerstag in Rom mit. Vor einer Weichenstellung sollten noch zusätzliche Informationen eingeholt werden, hieß es.

Der italienische Staat will mindestens 39,9 Prozent seiner 49,9-prozentigen Alitalia-Beteiligung verkaufen. Die Deutsche Lufthansa hatte zunächst kein eigenes Kaufangebot machen wollen. Sie arbeitet gegenwärtig in einem Codesharing-Abkommen mit Air One zusammen. Ein unverbindliches Angebot hatte neben Air France-KLM und Air One auch ein Konsortium um den römischen Anwalt Antonio Baldassarre gemacht.

Von: AFP, dpa
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