Alitalia-Verkauf beginnt von vorn

03.08.2018 - 08:33 0 Kommentare

Die italienische Regierung will die Mehrheitsanteile an Alitalia im Land behalten. Dazu soll die Airline erneut zum Verkauf ausgeschrieben werden - unter anderen Bedingungen.

Alitalia steht zum Verkauf.

Alitalia steht zum Verkauf.
© ANSA/dpa - Ettore Ferrari

Ein Airbus A320 der Alitalia.

Ein Airbus A320 der Alitalia.
© AirTeamImages - Simone Ciaralli

Die neue italienische Regierung setzt offenbar ihre Ankündigung um, dauerhaft die Mehrheitsanteile an Alitalia im Land zu halten. Laut einem Bericht der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" habe der Vize-Infrastrukturminister Armando Siri angekündigt, eine neue Ausschreibung für die insolvente Airline zu planen.

Diese soll ausländischen Investoren nur noch eine Minderheitsbeteiligung ermöglichen und sei für Anfang September geplant. Damit würde die populistische Regierung aus Fünf Sternen und Lega den Verkaufsprozess nochmal auf Anfang setzen.

Neue Regierung stellt die Weichen auf Anfang

"Mit der neuen Regierung kommt es zu einem Kurswechsel. Alitalia wird nicht verschleudert, wir arbeiten an einem Neustart der Airline. Daher muss man in die Flotte investieren und Langstreckenflüge fördern, die am rentabelsten sind", kommentiert Siri die Pläne. Man sei auf der Suche nach einem staatlichen und einem privaten Investor.

Spekuliert wird, dass man mit der Förderbank (CDP) den staatlichen Partner bereits gefunden habe. Die EU-Kommission hatte bereits Anfang der Woche dafür grünes Licht signalisiert.Eine Möglichkeit wäre, dass Alitalia zum Teil dem Staat gehöre, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager der Wirtschaftszeitung "Corriere della Sera".

Lufthansa darf Minderheitsanteilseigner werden

Laut "Il Messaggero" achten die Verantwortlichen in Rom bei potenziell eingereichten Business-Pläne speziell auf die angedachten Beschäftigungszahlen und Wachstumsideen bezüglich der Flotte, Drehkreuzen und Routen. Besonders Stellestreichungen schloss der Vize-Infrastrukturminister aus.

Die neuen Bedingungen sollten die Suche nach einem privaten Investor weiter erschweren. Gerade das Thema Personalabbau galt bei den bisherigen Verhandlungen der Italiener mit der Lufthansa als Streitthema. Für den Kranich gilt Alitalia in ihrer jetzigen Form als "unsanierbar". Ob Lufthansa auch unter den neuen Bedingungen für die Italiener bieten werde, ist derzeit unklar.

Ale weitere Interessentin gilt Easyjet. Man beobachtet die aktuellen Entwicklungen ganz genau, heiß es in der vergangenen Woche von Seite des Low-Costers.

© Easyjet, Lesen Sie auch: Easyjet weiter an Alitalia interessiert

Von: br
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