Gewerkschaften blockieren

Alitalia-Verhandlungen vorerst gescheitert

12.09.2008 - 16:50 0 Kommentare

Die Verhandlungen über die Rettung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia sind am Freitag vorerst gescheitert. Die Voraussetzungen für weitere Gespräche zwischen dem für die Übernahme gegründeten Unternehmerbündnis Compagnia Aerea Italiana (CAI) und den italienischen Gewerkschaften seien vorerst nicht mehr gegeben. Aufgrund der schlechten finanziellen Lage der Airline drohen nun Entlassungen.

Das italienische Unternehmerbündnis CAI um die Großbank Intesa San Paolo, das sich zur Übernahme der krisengeschüttelten Alitalia entschlossen hatte, brach heute nach eigenen Angaben die Gespräche mit den Gewerkschaften ab. Nach einer weiteren nächtlichen Verhandlung teilte die CAI mit: «Nach sieben Tagen sind die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Gespräche nicht mehr gegeben.» Der italienische Arbeitsminister Maurizio Sacconi sagte daraufhin, die Situation lasse nun «das Schlimmste befürchten».

Im Rahmen des Rettungsplans sollen über 3.000 der rund 17.500 Stellen bei Alitalia gestrichen werden. Die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter hatten sich schon vor Tagen gegen die Pläne ausgesprochen. «Die Arbeitnehmervertretungen, speziell die der Piloten, sind sich der Situation, in der sich Alitalia befindet, scheinbar nicht bewusst», kritisierte Intesa-Chef Corrado Passera.

Ende August hatte das Kabinett in Rom mit einer Gesetzesänderung den Weg für die Rettung der Fluglinie freigemacht. Um die Pleite abzuwenden und die Gründung einer neuen Gesellschaft zu ermöglichen, hatte die Regierung Alitalia unter Sonderverwaltung gestellt. Eine Gruppe von 16 Investoren hatte angekündigt, rund eine Milliarde Euro in das neue Unternehmen investieren zu wollen. Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi drohte jetzt Medienberichten zufolge, ohne Einigung müsse die Fluggesellschaft mit Entlassungen beginnen, da die Kassen des Unternehmens leer seien.

Von: dpa, airliners.de
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