Lufthansa wieder interessiert

Alitalia stellt Insolvenzantrag

29.08.2008 - 21:05 0 Kommentare

Der Aufsichtsrat der maroden italienischen Fluglinie Alitalia hat am Freitag Insolvenzantrag gestellt. Dieser Schritt ebnet den Weg zu einem Umbau und zur Aufspaltung des Unternehmens, wodurch die hoch verschuldete Gesellschaft gerettet werden soll. Die Lufthansa ist unter den neuen Voraussetzungen wieder an einer Beteiligung interessiert, berichteten italienische Medien.

Die Lufthansa und Air France-KLM verhandelten derzeit mit Alitalia über eine mögliche Partnerschaft, berichteten italienische Medien. Beide Interessenten hätten gleiche Chancen, sagte der zukünftige Chef der neuen Alitalia, Roberto Colaninno, in einem Interview.

Lufthansa hatte sich Ende 2007 wegen der hohen Schuldenlast der Alitalia aus dem Bieterprozess um Alitalia zurückgezogen. Die Kranich-Airline war vor allem am italienischen Marktzugang sowie dem Streckennetz an Alitalia interessiert. Mit der Neustrukturierung der Airline ergeben sich nun neue Voraussetzungen für einen Einstieg.

Alitalia teilte am Abend mit, dass sich die Schulden mittlerweile auf knapp 1,2 Milliarden Euro belaufen. Bereits seit Mai kann die Gesellschaft nur dank eines «Überbrückungskredits» von 300 Millionen Euro überleben, den die italienische Regierung zugesagt hatte. Derzeit ist Alitalia noch zu 49,9 Prozent in Staatsbesitz.

Bereits am Donnerstag hatte das Kabinett in Rom mit einer Gesetzesänderung den Weg für die Rettung der Alitalia freigemacht. Einem Plan der als Berater verpflichteten Banca Intesa zufolge wird eine neue Betreibergesellschaft nur die rentablen Bereiche der Alitalia übernehmen. 16 Investoren wollen rund eine Milliarde Euro in das neue Unternehmen pumpen. Die unrentablen Aktivitäten mit den Altschulden sollen hingegen unter Insolvenzrecht gestellt werden. Dazu war jedoch eine Änderung des bisher gültigen Insolvenzrechts nötig.

Von: dpa
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