Medien: Nur noch Lufthansa bietet für Alitalia

19.12.2017 - 09:24 0 Kommentare

Die Übernahme der Alitalia scheint nun doch schneller zu gehen, als gedacht. Bereits Ende Januar könnte der Kauf fix sein. Mit Lufthansa spricht man demnach bereits über Details.

Maschine von Alitalia im Hangar: Übernahme kurz vor dem Abschluss? Foto: © Alitalia

Die italienische Regierung hat die Übernahmepläne für Alitalia von Easyjet und dem US-Fonds Cerberus offenbar abgelehnt. Laut der Wirtschaftszeitung "Il Messaggero" ist somit nur noch die Lufthansa Group im Rennen. Lufthansa will die Informationen auf Anfrage von airliners.de nicht kommentieren.

Die Übernahme soll demnach Ende Januar abgeschlossen sein. Laut Medienberichten hat der deutsche Konzern jedoch keine Eile und könnte mit dem "Closing" auch bis zum Frühjahr warten. Dann stehen in Italien Wahlen an; eine neue Regierung, so hofft man demnach beim Kranich, stünde dem Lufthansa-Plan offener gegenüber.

Streit um Mitarbeiter

Denn Knackpunkt bei den Verhandlungen ist weiter die Entlassung vieler Mitarbeiter. Lufthansa will nur noch 6000 von ihnen beschäftigen, 2000 hingegen sollen gehen. Sowohl italienischen Gewerkschaften als auch der Regierung in Rom ist diese Zahl ein Dorn im Auge.

Sie würden nur rund 1000 Stellenstreichungen akzeptieren, heißt es. Eine Delegation des Kranich-Konzerns ist nach Angaben der Zeitung in dieser Woche erneut zu Besuch in Rom, um über die Eckpunkte der Übernahme zu verhandeln.

Kranich will Flotte verkleinern

Lufthansa will bis zu 300 Millionen Euro für Alitalia bezahlen. Allerdings interessiert sich der Konzern dem Vernehmen nach nur für das fliegende Geschäft des italienischen Carriers. So soll die Flotte der Alitalia von 115 Flugzeugen auf 90 reduziert werden und sich die Airline auf ihr Langstreckengeschäft ab Rom-Fiumicino konzentrieren, das nach Frankfurt, München, Wien und Zürich fünfter Hub des Konzerns werden soll. Die Bodenverkehrsdienste will Lufthansa nicht übernehmen.

Easyjet wohl noch nicht ganz aus dem Rennen

Neben Lufthansa waren zuletzt auch Billigflieger Easyjet und der US-Fonds Cerberus im Rennen. Die Briten und die Amerikaner hatten sich zusammengetan, um ihre Chancen zu erhöhen. Allerdings seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass nur das Angebot des deutschen Konzerns die langfristige Entwicklung von Alitalia sicherstellen kann, zitiert "Il Messaggero".

Allerdings sind die Briten noch nicht ganz aus dem Rennen. Der Plan der Lufthansa würde Start- und Landerechte an den Airports Rom-Fiumicino und Mailand-Linate freimachen. Diese Slots könnten Branchenkennern zufolge von Easyjet übernommen werden.

Rom-Fiumicino
Angaben in Prozent
Alitalia 44.6
Vueling 7.4
Ryanair 5.7
Easyjet 4.1
Lufthansa 2.2
Restliche
Airlines
36
Mailand-Linate
Angaben in Prozent
Alitalia 64.5
British
Airways
7.1
Easyjet 6.2
Lufthansa 4.4
Meridiana 4.4
Iberia 3.4
Brussels 2.0
Restliche 8

Die Grafiken zeigen die Verteilung der Sitzplatzkapazitäten auf Flügen ab den beiden italienischen Airports Rom-Fiumicino (links) und Mailand-Linate im laufenden Winterflugplan. "Restliche Airlines" sind alle mit jeweils weniger als zwei Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 19. Dezember 2017

Von: cs
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