300 Millionen Euro

Alitalia muss staatliche Beihilfen zurückzahlen

12.11.2008 - 13:52 0 Kommentare

Italiens schwer angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia muss staatliche Beihilfen in Höhe von 300 Millionen Euro zurückzahlen. Die EU-Kommission habe die Subvention vom April 2008 als illegal eingestuft, sagte Verkehrskommissar Antonio Tajani am Mittwoch in Brüssel. «Und damit muss diese Beihilfe zurückerstattet werden an den italienischen Staat», betonte Tajani. Derweil bringen wilde Streiks die Fluggesellschaft weiter in Bedrängnis.

EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. - © © dpa -

EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. © dpa

Der Verkauf der italienischen Fluggesellschaft Alitalia kann nach Auffassung von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani alle Schulden des Unternehmens tilgen. Die Brüsseler Behörde bestehe aus diesem Grund auf einem Verkauf der Aktiva zu Marktpreisen: «Damit können alle Gläubiger zufriedengestellt werden, angefangen beim italienischen Staat», sagte Tajani.

Den geplanten Neustart der Fluggesellschaft in verkleinertem Rahmen muss diese Entscheidung jedoch nicht zwangsläufig belasten: Nach Auffassung der Kommission gebe es keine Kontinuität zwischen der Alitalia und der geplanten Nachfolgegesellschaft CAI, sagte Verkehrskommissar Tajani. Staatliche Beihilfen, die Alitalia in der Vergangenheit bekommen habe, könnten deshalb nicht der Vermögenszuständigkeit der neuen Gesellschaft zugerechnet werden.

Wichtig ist der Kommission den Angaben zufolge, dass die Aktiva der Alitalia zu Marktpreisen an die Nachfolger verkauft werden. Nur dann würde der Verkauf nicht als weitere staatliche Beihilfe gewertet, betonte Tajani. Der Italiener lobte die Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden im Fall Alitalia.

Weiter wilde Streiks

Derweil haben wilde Streiks bei der insolventen Fluggesellschaft in Italien auch am Mittwoch zu Dutzenden Flugausfällen und langen Warteschlangen beim Einchecken geführt. Betroffen waren vor allem die Flughäfen in Rom und Mailand. Der illegale Ausstand war am Dienstag von einer kleinen Alitalia-Gewerkschaft ausgerufen worden, die sich gegen einen Rettungsplan für die marode Airline stemmt. Die großen Gewerkschaften schlossen sich dem Streik nicht an. Mehr als 120 Flüge fielen am Dienstag aus, andere starteten mit Verspätungen.

Der Rettungsplan der privaten Investorengruppe CAI sieht vor, gut 12 500 der etwa 17 000 Alitalia-Stellen zu erhalten. Sie ist nicht zu weiteren Verhandlungen bereit. Auch die großen Gewerkschaften erwägen Streiks in den nächsten Monaten, sollte CAI hart bleiben.

Nach einem Bericht der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera» vom Dienstag gingen die Alitalia-Buchungen im September verglichen mit dem Vorjahresmonat um 30 Prozent zurück. Die italienische Airline sitze auf einem Schuldenberg, der inzwischen auf mehr als 1,2 Milliarden Euro angewachsen sei.

Von: dpa
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