Rettungsplan

Alitalia möglicherweise vor Aufsplittung

26.08.2008 - 13:09 0 Kommentare

Für Alitalia ist die entscheidende Woche angebrochen. Gestern trafen sich führende Vertreter der italienischen Wirtschaft in Mailand, um über eine mögliche Aufsplittung der maroden Fluggesellschaft zu beraten. Das endgültige Sanierungskonzept soll noch in dieser Woche vorgestellt werden.

Auf Einladung der Bank Intesa SanPaolo traf sich gestern das Unternehmerbündnis, das Alitalia übernehmen soll. Medienberichten zufolge nahm unter anderem Air-One-Chef Carlo Toto, dessen Fluggesellschaft möglicherweise mit Alitalia fusionieren könnte, an den Beratungen teil. Auch der Geschäftsführer des Investmentfonds Equinox, Salvatore Mancuso, der als weiterer zukünftiger Hauptanteilseigner gehandelt wird, sowie zahlreiche weitere Vertreter der italienischen Wirtschaft waren auf dem Treffen zugegen.

Die Bank Intesa SanPaolo war von der italienischen Regierung als Berater für die Alitalia-Privatisierung beauftragt worden. Noch in dieser Woche will die Bank das endgültige Sanierungskonzept vorlegen. Medienberichten zufolge ist die Aufspaltung der Alitalia in zwei Gesellschaften geplant. Eine der beiden Gesellschaften solle durch die privaten Investoren auf Kurs gebracht werden. Durch die Neufinanzierung soll der Fluggesellschaft mindestens eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. Außerdem würde die neue Alitalia von der Unterstützung ihres derzeitigen Konkurrenten Air One profitieren, sodass die beiden Airlines zusammen einen Marktanteil von rund 65 Prozent auf dem italienischen Markt hätten.

Die zweite Gesellschaft, die der Sanierungsplan vorsieht, soll sämtliche Altschulden der Alitalia übernehmen und Konkurs anmelden. Für diese Aufspaltungsstrategie ist jedoch noch eine Änderung des italienischen Insolvenzrechts nötig.

Der Rettungsplan der Bank Intesa SanPaolo sieht außerdem die Stärkung des Flughafens Mailand-Malpensa vor, von wo aus die neue Alitalia verstärkt internationale und Langstreckenflüge aus durchführen soll.

Darüber hinaus hatte die Bank bereits Ende Juli die Streichung von 5000 Stellen bei Alitalia empfohlen, woraufhin die Gewerkschaften bereits mit Streiks drohten. Am Freitag tagt nun der Alitalia-Vorstand und will dabei die Quartalsbilanz verabschieden. Experten rechnen mit Rekordverlusten. Sollte der Sanierungsplan bis dahin nicht verabschiedet werden, so muss der Verwaltungsrat der halbstaatlichen Fluglinie entweder die Zwangsverwaltung oder den Konkurs beantragen.

Von: airliners.de, dpa
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