Alitalia sieht sich auf Kurs Richtung schwarze Zahlen

03.05.2016 - 12:04 0 Kommentare

Alitalia sieht sich nach einem deutlich verringerten Jahresverlust auf Kurs Richtung Profitabilität. Damit das gelingt, setzen die Italiener unter anderem auf ein verbessertes Bordprodukt und die Kooperation mit Air Berlin.

Blick aus einer A330 der Alitalia. - © © Alitalia -

Blick aus einer A330 der Alitalia. © Alitalia

Alitalia - wie auch Air Berlin von Großaktionär Etihad abhängig - hat im vergangenen Jahr mit einem deutlich geringeren Minus abgeschlossen als noch 2014. Unterm Strich stand ein Verlust von rund 199 Millionen Euro, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 580 Millionen Euro.

Damit lief es für Alitalia deutlich besser als für Air Berlin. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hatte im vergangenen Jahr einen neuen Rekordverlust von fast 447 Millionen Euro verbuchen müssen. Während sich die italienische Airline nun auf dem Weg sieht, im nächsten Jahr wieder profitabel zu werden, halten sich die Verantwortlichen bei Air Berlin mit einer Prognose zurück.

Investoren haben Frist bis 2017 gesetzt

Die Ergebnisse des Jahres 2015 zeigen, dass Alitalia "effizienter bei der Kostenkontrolle geworden und dadurch auf einem guten Weg in die Profitabilität ist", teilte Airline-Chef Luca Cordero di Montezemolo mit. Die Fluggesellschaft muss allerdings auch bis 2017 Gewinn erzielen: Eine entsprechende Frist hatten die Investoren Anfang des vergangenen Jahres gesetzt.

Beim Weg aus der Krise setzen die Italiener nicht nur aufs Sparen, sondern es wird auch investiert - und zwar ins Produkt. So werden derzeit alle 122 Flugzeuge der Flotte verbessert. Dazu gehört unter anderem eine neue Innenausstattung und Inflight-WLAN, wie Alitalia mitteilte.

Darüber hinaus wurden den Angaben zufolge die Lounges in Rom und Mailand Malpensa mit dem neuen "Casa Alitalia"-Konzept ausgestattet. Die Lounges in Mailand Linate, Neapel, Venedig, Catania und New York werden derzeit ebenfalls modernisiert.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Alitalia positioniert sich für Etihad neu

Künftig soll es zudem zu einer stärkeren Zusammenarbeit von Alitalia und Air Berlin kommen. Eine engere Codesharing-Kooperation bei Flügen zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien ist das Ziel. Anschlüsse und Streckennetz sollen dadurch verbessert werden. "Die engere Kooperation ebnet den Weg für gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit", hieß es jetzt seitens Alitalia.

Hinter Air Berlin und Alitalia steht die arabische Fluggesellschaft Etihad - sie ist zu rund 29 Prozent an Air Berlin und zu 49 Prozent an Alitalia beteiligt. Trotz hoher Millioneninvestitionen entwickeln sich beide Partner nicht so gut, wie von den Arabern erhofft.

Etihad braucht europäische Partner als Zubringer

Als nicht-europäisches Unternehmen kann Etihad aber kaum mehr Anteile an Air Berlin übernehmen. Ansonsten würde Air Berlin den Status als europäische Fluggesellschaft verlieren. Es gibt daher schon länger unbestätigte Spekulationen, Etihad erwäge einen Zusammenschluss von Air Berlin und Alitalia, bei dem die Araber ihren Einfluss dann ausbauen könnten. Sie brauchen die europäischen Partner für Zubringerflüge zu ihrem Drehkreuz Abu Dhabi.

Von: gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Andreas Gruber: "In drei Jahren wollen wir Gewinne einfliegen." "Die Marke Lauda Motion bleibt erhalten"

    Interview Lauda Motion-Vize Andreas Gruber spricht im Interview mit airliners.de anlässlich der großen Expansion der Airline über weitere Planungen, seinen Chef und den Verkauf an Ryanair.

    Vom 01.06.2018
  • Thorsten Dirks Eurowings verteidigt Wet-Lease-Einsatz

    Nach dem Air-Berlin-Aus müssen Airlines für ihre ambitionierten Wachstumspläne auf Wet-Leases setzen. Das "Markenchaos" verwirrt die Kunden. Eurowings-Chef Dirks verspricht Besserung.

    Vom 05.04.2018
  • Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. Lauda Motion - nur ein Griff in die Mottenkiste?

    Die Born-Ansage (86) Vom Touriflieger zum City Shuttle - in einer Saison. Karl Born wundert sich über die schnelle Transformation von Lauda Motion und fragt: Ist das noch die Resterampe von Air Berlin oder schon das Ryanair-Konzept?

    Vom 31.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Berlin Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »