Alcan ohne Angst vor CFK-Konkurrenz im Flugzeugbau

18.06.2009 - 21:35 0 Kommentare

Der Aluminiumkonzern Alcan lässt sich vom Trend zu leichteren Materialien im Flugzeugbau nicht verunsichern. "Die Aluminiumindustrie hatte schon immer mit konkurrierenden Werkstoffen zu kämpfen", sagte der Chef der Sparte Luftfahrtsparte Alcan Global Aerospace, Christophe Villemin, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

In der Luftfahrt sehe er neue Konkurrenz nur für einige Flugzeugteile, während Aluminium an anderen Stellen im Vorteil sei. Zudem habe Alcan mehr als 20 neue leichtere Aluminiumlegierungen entwickelt, die den Anforderungen der Luftfahrt nach weniger Gewicht entgegenkommen.

Der Flugzeugbauer Boeing setzt bei großen Rumpfteilen seines neuen Langstreckenfliegers 787 Dreamliner karbonfaserverstärkten Kunststoff ein. Die EADS-Tochter Airbus hat solche Werkstoffe bereits bei Teilen des Großraumfliegers A380 eingebaut und will diese Strategie bei dem geplanten Langstreckenflieger A350 weiterverfolgen. Die Rio-Tinto-Tochter Alcan liefert ebenfalls Aluminium-Teile in großem Umfang für die Boeing 787 und den A380.

Weniger Zeitarbeiter

Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise hat Alcan bereits die Zahl der eingesetzten Zeitarbeiter zurückgefahren. "Wir haben ein schwieriges Jahr vor uns", sagte er.

Angesichts der Herausforderungen will Alcan nun die Forschung und Entwicklung stärker vorantreiben. Die Ausgaben zur Entwicklung neuer Technologien und Werkstoffe würden in den kommenden Jahren jeweils um mindestens zehn Prozent erhöht, sagte Villemin. Dabei gehe es um neue Anwendungstechniken, neue Materialien und die Wiederverwertung. "Aluminium lässt sich praktisch unendlich wiederverwerten", sagte Villemin.

Von: dpa-AFX
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