Al-Wazir: Lärmpausen am Frankfurter Flughafen bringen Entlastung

11.02.2016 - 16:27 0 Kommentare

Die siebenstündigen Lärmpausen am Frankfurter Flughafen haben sich bewährt und sollten in den Regelbetrieb übernommen werden, sagt Hessens Verkehrsminister Al-Wazir. Doch die Frankfurter Fluglärmkommission bleibt skeptisch.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). © dpa /Fredrik von Erichsen

Die siebenstündigen Lärmpausen am Frankfurter Flughafen haben zu einer Entlastung vieler Anwohner geführt. Das geht aus den ersten Mess- und Befragungsergebnissen hervor, die Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden vorstellte.

"Die Lärmpausen funktionieren reibungslos, die Lärmbelastung konnte messbar gesenkt werden und die Menschen wollen, dass wir die Lärmpausen beibehalten", bilanzierte Al-Wazir nach zehn Monaten Probebetrieb. Er werde sich daher in der Fluglärmkommission dafür einsetzen, dass die Lärmpausen in den Regelbetrieb an Deutschlands größtem Flughafen übergehen.

Gewitter und Arbeiten an Bahnen führten zu Ausfällen

Nach den ersten Mess- und Befragungsergebnissen zu dem Modellprojekt an Deutschlands größtem Flughafen konnten die Lärmpausen zu 96 Prozent am Morgen und zu 89 Prozent am Abend umgesetzt werden. Lediglich späte Gewitter am Abend oder Arbeiten an den Bahnen hätten zu Ausfällen geführt.

© dpa, Boris Roessler Hintergrund: Messergebnisse zu den Lärmpausen am Frankfurter Flughafen

Aus Sicht der Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) sind die Lärmpausen hilfreich, aber nicht ausreichend. "Die Lärmpausen sind durchaus eine geeignete Maßnahme des aktiven Schallschutzes", sagte der FLK-Vorsitzende und Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) am Donnerstag auf Anfrage. Er sei froh über jede Möglichkeit, die Lärmbelastung zu verringern. Weit mehr verspricht sich Jühe aber von Lärmobergrenzen, die die Landesregierung für den Flughafen erarbeiten will. "Ich bin gespannt auf die Ergebnisse."

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Maßnahmen gegen Fluglärm am Frankfurter Airport

Seit Ende April 2015 werden am Frankfurter Flughafen Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr und zwischen 05.00 Uhr und 06.00 Uhr abwechselnd auf verschiedenen Bahnen gebündelt. Damit sollen die Anwohner eine zusätzliche Stunde Ruhe bekommen. Der Test ist nur bei Westwind möglich. Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt ein sechsstündiges Nachtflugverbot.

Die FLK, die beratende Funktion hat und der Nachbarkommunen sowie die Luftwirtschaft und die Flugsicherung angehören, hatte im vergangenen Jahr ein neutrales Votum zu den Lärmpausen abgegeben und lediglich einen Probebetrieb befürwortet. Über eine abschließende Bewertung werde im FLK-Vorstand nun beraten, sagte Jühe. Dabei werde auch kritisch geprüft, wie nachhaltig die Maßnahme ist, das heißt ob sie auch bei steigendem Flugverkehr wirkt.

Stichwort Lärmpause

Eine Lärmpause bedeutet nicht, dass es in dieser Zeit auch völlig ruhig sein muss. Ein normaler Schläfer soll bei gekipptem Fenster weiterschlafen können, lautet die Regelung für den Frankfurter Flughafen. Dafür werden vom Gesetz her im Innenraum stündlich maximal sechs sogenannte Schallereignisse mit einem Pegel von 43 Dezibel zugelassen. Das entspricht nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa sechs einzelnen Anschlägen auf einer Computertastatur. Außen darf der maximale Pegel bei sechs Schallereignissen von 58 Dezibel liegen.

Von: gk, dpa
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