Oneworld statt Star Alliance

Al Baker: LH vergiftete Stimmung für Bündnis

18.10.2012 - 16:15 0 Kommentare

Hat Lufthansa die arabische Qatar Airways zum Konkurrenzbündnis Oneworld getrieben? Qatar-Chef Akbar Al Baker meint ja. Die Sticheleien gegen die Golf-Airlines hätten die Stimmung vergiftet.

Akbar Al Baker, CEO der Qatar Airways - © © Qatar Airways -

Akbar Al Baker, CEO der Qatar Airways © Qatar Airways

Die Spitzen der Lufthansa gegen die Fluggesellschaften vom Persischen Golf haben aus Sicht der arabischen Fluglinie Qatar Airways das Klima für eine mögliche Zusammenarbeit vergiftet. Wie Qatar-Chef Akbar Al Baker der Nachrichtenagentur Bloomberg in London sagte, wäre für seine Fluglinie ohne diesen Zwist auch ein Eintritt in das Luftfahrtbündnis Star Alliance in Frage gekommen, das von der Lufthansa angeführt wird. Statt dessen soll die staatliche Gesellschaft des Emirats Katar nun binnen 18 Monaten neuer Partner im Konkurrenzbündnis Oneworld um die IAG-Gesellschaften British Airways und Iberia werden.

"Meine erste Kooperation im Codesharing fand mit der Lufthansa statt", sagte Al Baker. Allerdings verfolge Europas größte Fluggesellschaft das Ziel, Wettbewerb zu verhindern. "Es geht ihr darum, die Fluggesellschaften vom Golf aus dem Weg zu gehen, und ich denke, sie haben dieses lukrative Schachspiel um die Bündnisse verloren." Eine Lufthansa-Sprecherin wollte die Aussagen am Donnerstag zunächst nicht kommentieren.

Die schnell wachsenden Fluglinien vom Persischen Golf sind in den vergangenen Monaten verstärkt in die Zusammenarbeit mit Gesellschaften in Europa und Australien eingestiegen. So arbeitet Etihad aus dem Emirat Abu Dhabi seit Jahresbeginn mit Air Berlin zusammen, eine Kooperation mit der französisch-niederländischen Air France-KLM ist bereits beschlossen. Emirates aus Dubai kooperiert mit der australischen Qantas. Hinzu kommt nun der Oneworld-Beitritt von Qatar Airways.

Die drei Golf-Airlines machen europäischen Gesellschaften auf der Langstrecke zunehmend das Leben schwer. Alleine Qatar Airways als Nummer zwei der Region betreibt 111 Flugzeuge und hat 250 weitere bestellt. Die Lufthansa sieht sich von der Konkurrenz bedroht. Seit Jahren wettert sie gegen das staatlich geförderte Wachstum der arabischen Gesellschaften, die sich auf das lukrative Langstreckengeschäft konzentrieren und die Flüge über ihre Drehkreuze im Nahen Osten konzentrieren.

Lufthansa-Chef Christoph Franz schließt eine Zusammenarbeit mit einem Konkurrenten vom Golf dennoch langfristig nicht aus. "Wenn man überhaupt solche Gespräche führt, dann braucht man Augenhöhe mit dem Verhandlungspartner", sagte er jüngst vor Führungskräften des Konzerns. Allerdings müsse die Lufthansa dafür "erst mal das eigene Haus in Ordnung bringen". Nur wenn sich das Unternehmen "tiefgreifend" verändere, könne es die Entwicklung der Branche mitgestalten. Sich mit den arabischen Wettbewerbern zusammenzuschließen, sieht er nicht als brauchbare Überlebensstrategie.

Von: dpa-AFX
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