Airports setzen weiter auf Germania

Exklusiv 11.01.2019 - 13:28 0 Kommentare

Die deutschen Flughäfen bauen trotz der akuten Finanznot weiter auf Germania. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von airliners.de unter den Airports, an denen der Ferienflieger operiert. Der Optimismus hat auch mit Air Berlin zu tun.

Airbus A319 der Germania - © © AirTeamImages.com - Dominik Spuller

Airbus A319 der Germania © AirTeamImages.com /Dominik Spuller

Die deutschen Airports halten weiter an der finanziell in einen Engpass geratenen Germania fest. "Wir sind zuversichtlich, auch weiterhin unsere gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Germania fortsetzen zu können", sagt beispielsweise Dresden-Chef Götz Ahmelmann zu airliners.de. Ähnlich äußern sich auf Anfrage auch andere Flughäfen wie Bremen, Friedrichshafen oder Münster/Osnabrück - Airports, an denen Germania derzeit sehr aktiv ist.

Kapazitäten von Germania
Angaben in Prozent
Düsseldorf 14.3
Nürnberg 13.0
Berlin-Tegel 13.0
Bremen 9.2
Dresden 8.7
Berlin-
Schönefeld
8.5
Münster/Osnabrück 7.0
Übrige Airports 26.3

Die Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der von Germania im laufenden Winterflugplan angebotenen Sitzplatzkapazitäten ab deutschen Flughäfen. "Übrige Airports" sind jene mit jeweils weniger als fünf Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-Aviation

Ab Erfurt führt Germania ausschließlich Charter- und keine Linienverbindungen durch. Neben den zwei dafür stationierten Maschinen betreibt die Airline am Flughafen auch einen Wartungsbereich. "Die geschlossenen Dienstleistungsverträge mit dem Flughafen wurden erfüllt und es sind keine Zahlungsausfälle entstanden", konstatiert Airportchef Uwe Kotzan. Auch in der momentanen Situation sei Germania nicht in Zahlungsverzug geraten.

Düsseldorf-Chef hebt Post-Air-Berlin-Effekt hervor

Am Flughafen Düsseldorf macht Germania zwar nur einen Bruchteil der Kapazitäten aus, doch das Engagement der Airline war in der Vergangenheit mindestens an einem Punkt entscheidend: "Germania ist eine der Airlines, die im vergangenen Jahr viel zur Kompensation der Air-Berlin-Lücke beigetragen haben", so Flughafenchef Thomas Schnalke im Gespräch mit airliners.de.

Andersherum ist Düsseldorf für Germania der wichtigste Flughafen - sowohl gemessen an den Kapazitäten als auch der Zahl der stationierten Maschinen:

Flughafen Stationierte Maschinen
Düsseldorf 5
Dresden 4
Berlin-Schönefeld 3
Berlin-Tegel 3
Bremen 3
Münster/Osnabrück 2
Nürnberg 2
Erfurt/Weimar 1
Friedrichshafen 1
Hamburg 1
München 1
Rostock-Laage 1
Quelle: eigene Recherchen

Zwar seien die Informationen über die Finanzsituation der Germania, die aktuell im Umlauf sind, "nicht so gut", so Schnalke. Aber: "Wir sind hoffnungsvoll, dass Airline-Chef Karsten Balke die Situation zusammen mit seinem Team lösen kann."

Zahlen für 2017 unbekannt

Am Dienstagabend hatte Germania mitgeteilt, "aktuell mehrere Optionen einer Finanzierung" zu prüfen, "um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern". Nach airliners.de-Informationen aus dem Umfeld der Fluggesellschaft kämpft der Ferienflieger schon seit langem mit Finanzproblemen.

Dies offenbaren auch die veröffentlichten Jahresabschlüsse beim Bundesanzeiger. Der für das Geschäftsjahr 2017 ist laut Germania fristgerecht zum 31. Dezember 2018 hinterlegt worden. Jedoch ist er bislang nicht veröffentlicht - Anfragen an den Bundesanzeiger blieben bisher unbeantwortet.

© Germania, Lesen Sie auch: Was an den Germania-Zahlen gut ist - und was nicht Analyse

Aus den Zahlen von 2016 geht allerdings hervor, dass Germania damals neben einem Umsatzrückgang auch einen nicht durch das Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen musste. Rücklagen gab es zu dem Zeitpunkt kaum.

Von: cs
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