Airport München erwirtschaftet Rekordergebnis

23.03.2016 - 15:35 0 Kommentare

Mehr Flüge, mehr Passagiere - das Drehkreuz München wächst und erwartet dieses Jahr noch mehr Andrang. Trotz Rekordergebnis ist ein Ausbau nicht sicher: Flughafenchef Kerkloh muss auf die Entscheidung des bayerischen Ministerpräsidenten warten.

Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG). - © © Flughafen München -

Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG). © Flughafen München

Der Flughafen München ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen und erwartet im laufenden Jahr einen noch größeren Zuwachs. Der Freistaat Bayern, der Bund und die Stadt München als Eigentümer können sich über einen Rekordgewinn von 135 Millionen Euro nach Steuern freuen.

Die Zahl der Passagiere stieg im vergangenen Jahr um gut drei Prozent auf 41 Millionen, das Frachtaufkommen legte um neun Prozent zu. Damit war am bayerischen Airport erstmals die 40-Millionen-Marke geknackt worden.

Im laufenden Jahr dürfte die Passagierzahl um bis zu sechs Prozent auf rund 43 Millionen zunehmen und die Zahl der Starts und Landungen nach den vorliegenden Anmeldungen um vier Prozent auf 395.000 steigen. Am stärksten wachse der Fernverkehr mit Asien, sagte Kerkloh.

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Mit 1,25 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Euro Gewinn hat der Flughafen München vergangenes Jahr das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte erwirtschaftet. Die Nachbargemeinden erhielten 35 Millionen Euro Gewerbesteuer - sieben Millionen mehr als im Vorjahr.

Mit dem Start des Sommerflugplans am Ostersonntag würden viele neue Ziele angeflogen, hieß es. Ende April wird in München das neue Satellitengebäude für das Terminal 2 eröffnet, das jährlich elf Millionen Passagiere abfertigen könne: "Das ist einmal Köln zusätzlich", sagte Kerkloh.

Schon heute aber gebe es für 16 Prozent der beantragten Flüge kein passendes Zeitfenster. "Wir werden schon heute der Nachfrage nicht gerecht", sagte Kerkloh. Daher benötige der Flughafen dringend eine weitere Runway.

"Ohne dritte Bahn verliert der Airport an Bedeutung"

Der Bau der dritten Start- und Landebahn würde nicht vom Steuerzahler, sondern allein vom Flughafen bezahlt und könnte "unter günstigsten Voraussetzungen" in fünf Jahren in Betrieb gehen, sagte Flughafenchef Michael Kerkloh bei der Vorstellung der Zahlen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will seine Entscheidung für oder gegen den Bau einer dritten Startbahn im Frühjahr verkünden. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fühlt sich bislang an den ablehnenden Münchner Bürgerentscheid von 2012 gebunden. Anwohnergemeinden und Umweltverbände hatten gegen die Baugenehmigung geklagt, waren aber vor Gericht gescheitert.

© dpa, Sven Hoppe Lesen Sie auch: Seehofer hält sich zu dritter Bahn am Flughafen München weiter bedeckt

Kerkloh sagte, das Luftverkehrs-Drehkreuz München sei ein Wirtschaftsmotor und mit über 33.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber Bayerns. Wenn die dritte Startbahn nicht so schnell wie möglich gebaut werde, werde der Flughafen München an Bedeutung verlieren, Gewinner seien dann die ausländischen Flughäfen.

Airport: Brüssel-Anschläge wirken sich nicht auf Wachstum auf

Von den Brüsseler Terroranschlägen erwartet Kerkloh keine Auswirkungen auf das Wachstum des Flugverkehrs. Vielleicht gebe es eine kleine Delle, aber den globalen Trend werde es nicht aufhalten, sagte Kerkloh.

Auch nach den Anschlägen in den USA 2001 habe es bei den Passagierzahlen "nur eine Delle gegeben, die am Ende des Tages überkompensiert worden ist", sagte Flughafen-Infrastrukturchef Thomas Weyer. Kritisch äußerte er sich über "sogenannte Experten" mit "reflexartigen Äußerungen" über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

"Alles, was wir schnell tun können, läuft bereits", sagte Weyer. Bundes- und Landespolizei hätten ihre Streifen und Zufallskontrollen verstärkt. Über weitere Schritte wie etwa Zugangskontrollen für alle Besucher des Flughafens müsse in den nächsten Tagen und Wochen mit tatsächlichen Experten beraten und abgewogen werden, "was wirklich sinnvoll ist".

Kosten oder ein Passagierrückgang dürften dabei kein Argument sein. Das Sicherheitsrisiko könnte am Ende jedoch vielleicht nur verlagert werden, sagte Kerkloh. Die Kontrollen auf Flughäfen seien heute schon viel schärfer als etwa in Bahnhöfen.

Von: ch, dpa
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