Potentielle Hahn-Käufer werden über Vertragspläne mit Ryanair informiert

08.09.2016 - 10:23 0 Kommentare

Der Billigflieger Ryanair ist der wichtigste Kunde am kriselnden Flughafen Hahn. Die Verhandlungen über die Fortsetzung des Vertrags mit der irischen Airline sind nun offiziellen Angaben zufolge abgeschlossen.

Passagiere am Flughafen Hahn. - © © Flughafen Hahn -

Passagiere am Flughafen Hahn. © Flughafen Hahn

Das Land Rheinland-Pfalz hat die Interessenten für den Kauf des Flughafens Hahn von der geplanten Vertragsverlängerung mit dem irischen Billigflieger Ryanair informiert. Das Land folge damit einem Hinweis der EU-Kommission, sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage.

Im laufenden Privatisierungsprozess müsse das Land als Mehrheitsgesellschafter darauf achten, "dass eventuelle Interessenten über diese neuen Umstände in transparenter und nicht diskriminierender Weise informiert werden und die Möglichkeit bekommen, ihre Angebote eventuell anzupassen".

Es geht um fünf Jahre

Die Flughafengesellschaft im Hunsrück hat mit ihrem Hauptkunden Ryanair über eine fünfjährige Fortsetzung des Vertrags verhandelt. Diese Verhandlungen seien inzwischen abgeschlossen, sagte der Sprecher.

Ryanair will allerdings von Ende Oktober an auch den 100 Kilometer entfernten Flughafen Luxemburg anfliegen. Damit könnte am Airport Hahn, der zum kleineren Teil dem Land Hessen gehört, die Zahl der Passagiere aus dem Großherzogtum sinken.

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Ryanair stellt Pläne für Flughafen Luxemburg vor

Das Geld des hoch defizitären Hunsrück-Flughafens reicht voraussichtlich doch noch bis Ende Oktober. Das erklärte der Hahn-Aufsichtsratschef, der rheinland-pfälzische Wissenschaftsstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD). Zuvor hatte es stets geheißen, die Liquidität reiche nur noch bis Ende September.

Künftig gehen aber nicht zwingend die Lichter aus, wenn bis Ende Oktober kein Käufer gefunden wird. Rheinland-Pfalz hat einen 34-Millionen-Euro-Kredit in der Hinterhand, der bei einer positiven Geschäftsprognose genutzt werden könnte. Der Verkauf an eine chinesische Firma war im Juli wegen mutmaßlichen Betrugs geplatzt. Nun gibt es 13 Bewerber mit konkretem Interesse.

Von: ch, dpa
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