Airport Hahn braucht Kredit frühestens im Dezember

08.11.2016 - 11:35 0 Kommentare

Der Hunsrück-Flughafen Hahn steht zum Verkauf. Bald könnte dort das Geld knapp werden - doch ein Darlehen des Landes Rheinland-Pfalz steht bereit. Betriebsräte vor Ort beklagen derweil eine "psychische Belastung".

Schriftzug am Flughafen Hahn - © © dpa - Thomas Frey

Schriftzug am Flughafen Hahn © dpa /Thomas Frey

Der Flughafen Hahn wird nach Ansicht des Aufsichtsrates frühestens im Dezember auf Geld aus einem staatlichen Kredit angewiesen sein. Die erste Rate werde "entweder einfach zur Überbrückung der Weihnachtstage Mitte Dezember in der Größenordnung von vielleicht einer Million (Euro), vielleicht aber auch erst Anfang Januar" nötig, sagte Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro.

Die für den Betrieb notwendige Liquidität von noch vier Millionen Euro werde Ende November oder Anfang Dezember erreicht. Der defizitäre Hunsrück-Airport soll verkauft werden. Er gehört zum Großteil Rheinland-Pfalz, zum kleineren Teil Hessen.

Sechs Bieter wollen Flughafen kaufen

Das Darlehen des Landes Rheinland-Pfalz, das 34 Millionen Euro umfasst, wird voraussichtlich in kleinen Tranchen abgerufen. Das sei ein kleineres Risiko, sagte Barbaro. Voraussetzung für den Kredit ist eine positive Wirtschaftsprognose für den Flughafen.

Die Berater der rheinland-pfälzischen Landesregierung wollen bis 21. November aus sechs Bietern diejenigen auswählen, mit denen weiterverhandelt wird. Der erste Verkaufsversuch war im Juli gescheitert.

"Enorme psychische Belastung für Mitarbeiter"

Im Zuge des geplatzten Verkaufs war bei den Angestellten die Angst vor einer Pleite aufgekommmen. Auf einer Demonstration setzten sie sich für den Erhalt des Flughafens ein.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Unterstützer demonstrieren für Erhalt von Hunsrück-Airport Hahn

Laut den Angaben örtlicher Betriebsräte sorgt die Unsicherheit über die Zukunft des Hahn derzeit für eine enorme psychische Belastung der Mitarbeiter. "Ohne den Flughafen Hahn hätten sie keine Arbeit im Hunsrück und müssten sich dem Pendlerheer in die Ballungszentren anschließen", teilten die Betriebsräte der Airport-Gesellschaft und mehrerer örtlicher Firmen gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi jetzt mit. 2500 Beschäftigte seien direkt betroffen - und mittelbar noch weitere Firmen.

Von: ch, dpa
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