Airport-Chef Mühlenfeld warnt Koalition vor Einschränkungen am BER

17.11.2016 - 14:43 0 Kommentare

Berlin bekommt eine rot-rot-grüne Regierung. Jetzt hat Flughafenchef Karsten Mühlenfeld die Koalition gewarnt. Es geht dabei auch um das Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadt-Airport BER.

Berlins Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. - © © dpa - Maurizio Gambarini

Berlins Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. © dpa /Maurizio Gambarini

Der Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat die neue rot-rot-grüne Berliner Koalition vor Änderungen am Nachtflugverbot und anderen Einschränkungen am BER gewarnt. "Das gemeinsame Ziel der Flughafengesellschaft FBB und ihrer Gesellschafter ist es, schnellstmöglich die wirtschaftliche Selbstständigkeit des Unternehmens zu erreichen", so der Manager.

"Weitere Einschränkungen, die diesem Ziel entgegenstehen, sollten vermieden werden", sagte Mühlenfeld weiter. Er bekräftigte damit seine bereits bekannte Haltung.

BER-Anwohner sollen stärker vor Lärm geschützt werden

SPD, Linke und Grüne wollen die Anwohner des künftigen Hauptstadtflughafens stärker vor Lärm schützen. "Ziel ist es, regelmäßig zu Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht zu kommen", heißt es im Koalitionsvertrag. Auf die von Linken und Grünen geforderte Ausweitung des Nachtflugverbots auf die Zeit von 22 bis sechs Uhr legte sich Rot-Rot-Grün allerdings nicht fest.

Die Berliner Koalition will aber prüfen, ob eine Änderung bei Start- und Landegebühren mehr Lärmschutz bringen kann. Mühlenfeld erklärte dazu: "Eine Entgeltregelung, die lärmintensive Flugzeugtypen finanziell stärker belastet - in Randzeiten mit erheblichen Zuschlägen - wird bereits angewendet."

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Brandenburg will mit Berlin neu über BER-Nachtflugverbot verhandeln

Unterstützung bekommt Mühlenfeld vom Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel. Er sagte: "Für bestehende Betriebsgenehmigungen muss Rechtssicherheit und damit Planungssicherheit für die Fluggesellschaften gelten."

Die Berliner Flughäfen würden deutschlandweit das stärkste Passagierwachstum verzeichnen, so Beisel weiter. "Wer jetzt eine Einschränkung des Flugbetriebes fordert, beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit des Flughafens."

Der BER soll 2017 in Betrieb gehen. Allerdings ist der Termin fraglich. Mühlenfeld sieht noch eine Chance, dass es mit der Eröffnung 2017 klappt. Einen genauen Starttermin werden die Betreiber erst Anfang des kommenden Jahres nennen.

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Der ehemalige Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz. Ex-BER-Chef mahnt neues Luftverkehrskonzept für Berlin an

    Der frühere Berliner Flughafenchef Schwarz vermisst neue Konzepte für den BER. Die Politik müsse sich mit der Zukunft beschäftigen anstatt mit einem zweiten Untersuchungsausschuss die Vergangenheit erneut zu begutachten.

    Vom 10.12.2018
  • Die Chefs der vier größten deutschen Flughäfen haben sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer gewandt. Airport-Chefs stellen sich gegen Lufthansa-Plan

    Vor dem Luftfahrtgipfel wenden sich die Chefs der vier größten deutschen Airports in einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister. Die Forderung: Dem Lufthansa-Plan nach einer Slot-Reduzierung eine Absage erteilen.

    Vom 05.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus