Kollision mit Treppenfahrzeug ist kein außergewöhnlicher Umstand

24.11.2014 - 08:05 0 Kommentare

Wenn technische Probleme im Alltag für große Verspätungen sorgen, müssen Fluggesellschaften den Passagieren oft eine Entschädigung zahlen. So auch in diesem Fall, wo ein Treppenfahrzeug in Frankfurt der Auslöser war.

Condor Boeing 767-300ER D-ABUZ wird am 2.9. 2012 am Frankfurter Flughafen beladen. - © © airliners.de - Oliver Pritzkow

Condor Boeing 767-300ER D-ABUZ wird am 2.9. 2012 am Frankfurter Flughafen beladen. © airliners.de /Oliver Pritzkow

Fluggesellschaften müssen den Passagieren eine Entschädigung zahlen, wenn eine große Verspätung durch technische Problemen im Alltag verursacht wurde. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. (Rechtssache C-394/14)

Im konkreten Fall kamen drei Frauen 2011 auf dem Weg von Frankfurt mit mehr als sechs Stunden Verzug im türkischen Antalya an. Condor erklärte, Grund sei ein Unfall vom Vorabend.

Condor beruft sich auf "außergewöhnlichen Umstand"

Ein Treppenfahrzeug sei gegen eine Maschine gefahren und habe sie beschädigt, das Flugzeug habe ausgetauscht werden müssen. Dies sei ein "außergewöhnlicher Umstand", bei dem laut EU-Recht keine Ausgleichszahlung für Reisende fällig wird.

Das sah der Europäische Gerichtshof anders. Außergewöhnliche Umstände würden nur vorliegen, wenn etwas geschehe, das nicht Teil des normalen Betriebs sei. Außerdem gehe es um Ereignisse, die vom Luftfahrtunternehmen nicht beherrschbar seien.

Gangways oder Treppenfahrzeuge aber seien zum Ein- und Ausstieg in Flugzeuge notwendig. Eine Kollision könne also im Normalbetrieb vorkommen. Von der Pflicht zur Entschädigung wäre Condor also nicht grundsätzlich befreit.

Den Einzelfall muss aber noch das Amtsgericht Rüsselsheim entscheiden. Die Richter dort hatten ihre EU-Kollegen um Rat bei der Auslegung europäischen Rechts gefragt. Laut EU-Recht müssen Airlines bei Verzögerungen von mindestens drei Stunden Ausgleichszahlungen an Passagiere leisten.

Von: dpa
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