Airlines profitieren beim Umsatzwachstum von Nebeneinnahmen

10.08.2017 - 09:35 0 Kommentare

Die zehn größten Fluggesellschaften generieren mit Nebengeschäften fast die Hälfte ihres Umsatzes. Eine Studie stellt großes Wachstum fest. In der Rangliste findet sich auch ein deutscher Luftfahrt-Konzern.

Eine Flugbegleiterin bedient auf einem Lufthansa-Langstreckenflug Fluggäste in der Economy-Class. - © © Lufthansa - Dominik Mentzos

Eine Flugbegleiterin bedient auf einem Lufthansa-Langstreckenflug Fluggäste in der Economy-Class. © Lufthansa /Dominik Mentzos

Fluggesellschaften weltweit profitieren immer mehr von Erlösen, die sie nicht mit ihrem Kerngeschäft machen. Dies geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Idea Works hervor. Demnach generierten die zehn umsatzstärksten untersuchten Fluggesellschaften und Airline-Gruppen rund 46 Prozent ihrer Einnahmen nicht mit Flugtickets. In der ersten Studie dieser Art vor zehn Jahren waren es noch zwischen zehn und 30 Prozent.

Die zehn umsatzstärksten Fluggesellschaften weltweit erwirtschafteten rund 30 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 24,1 Milliarden Euro) Zusatzumsatz - 2007 waren es etwa zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Besonders erfolgreich waren dabei die großen US-Anbieter, aber auch europäische Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Erste Airlines experimentierten demnach bereits mit flexiblen, nachfragegesteuerten Preisen für die Nebenleistungen - ein bereits bei den Tickets lang erprobtes Modell.

Die zehn umsatzstärksten Airlines weltweit
Dollar-Erlöse aus Vielfliegerprogrammen Dollar-Erlöse aus weiteren Dienstleistungen*
United Airlines 2986560000 3235440000
Delta Air Lines 2689648000 2482752000
American Airlines 2107430000 2793570000
Southwest Airlines 2266240000 566560000
Air-France/KLM 693254694 1407517107
Ryanair 0 1982255301
Easyjet 0 1355078078
Lufthansa Group 769393248 580419467
Qantas 1074328200 119369800
Air Canada 530609012 648522126

Die Grafik zeigt die Verteilung der Zusatzerlöse der zehn zusatzumsatzstärksten Fluggesellschaften weltweit. Erlöse aus weiteren Dienstleistungen sind jene aus Gepäckkosten, Essensverkäufen sowie Vermittlungskosten von Hotel- und Mietwagenbuchungen. Quelle: Idea Works Company

Allein United Airlines verbuchte im vergangenen Jahr neben den reinen Ticketerlösen von den Passagieren rund 6,2 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) zusätzlichen Umsatz, heißt es in der Untersuchung im Auftrag des Mobilitätsdienstleisters Car Trawler. Die Einnahmen stammten knapp zur Hälfte aus dem Vielfliegerprogramm und zu 52 Prozent aus extra verkauften Dienstleistungen wie zusätzlichem Gepäck, freier Platzwahl oder Vermittlungskommissionen für Hotelzimmer oder Mietwagen.

Auch ohne eigene Vielfliegerprogramme haben es Ryanair (knapp zwei Milliarden Dollar, 1,7 Milliarden Euro) und Easyjet (1,4 Milliarden Dollar, 1,2 Milliarden Euro) unter die Top-Ten-Gesellschaften geschafft, was die passagiergebundenen Nebeneinnahmen angeht.

Methodik

Idea Works wertet jährlich Finanzergebnisse von weltweit rund 140 Fluggesellschaften aus. Dabei werden neben Jahresergebnissen auch Vorträge für Investoren, Pressemitteilungen über Finanzergebnisse sowie Zitate der Geschäftsführung als Quellen in diesem Prozess der Datenerfassung herangezogen. Von den 138 geprüften Fluggesellschaften gaben 66 Zahlen in Verbindung mit ihrem Zusatzumsatz bekannt.

Die Lufthansa Group machte laut Studie 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) Umsatz mit Zusatzleistungen. Im Vorjahr waren es noch knapp 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). 2016 stammten 57 Prozent aus dem eigenen Vielfliegerprogramm, 43 Prozent aus weiteren verkauften Dienstleistungen.

Von: cs
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