Lufthansa-Maschine am Flughafen Berlin-Tegel
© dpa - Bernd Von Jutrczenka
Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin auf dem Flughafen Berlin-Tegel.
© dpa - Rainer Jensen
Während der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld noch bis zum 17. März 2013 eine Baustelle bleibt, richten sich die Airlines darauf ein, im alten Tegel zu bleiben. Derzeit werden die Slots vom BER nach Tegel und Schönefeld (alt) umkoordiniert.
Die Lufthansa geht davon aus, dass alle ursprünglich für den neuen Berliner Flughafen geplanten Flüge auch von Tegel abheben können. Eine entsprechende Zusage habe er von der Flughafengesellschaft erhalten, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz in Berlin.
Lufthansa will ab dem 3. Juni von Berlin aus rund 30 neue Ziele ansteuern und sechs zusätzliche Maschinen einsetzen. Viermal in der Woche brauche sie dafür auch die Starterlaubnis kurz nach 23.00 Uhr, kündigte Lufthansa-Manager Oliver Wagner an.
Auch Air Berlin forderte erneut, das Tegeler Nachtflugverbot aufzulockern, das derzeit von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr gilt. Man habe bei der Oberen Luftfahrtbehörde den Antrag gestellt, dass der Flughafen morgens und abends eine halbe Stunde länger geöffnet wird. Am Morgen könne Air Berlin dann bis zu zehn zusätzliche Flüge unterbringen.
Als Hauptkunde am Platz forderte Air Berlin am Dienstag aber auch neue Investitionen in den Flughafen. «Wir leben ja in Tegel in Zelten und Provisorien», sagte Unternehmenschef Hartmut Mehdorn. «Wir sind die Hauptstadt», so Mehdorn. «Wir können nicht sagen, wir leben hier zehn Monate mit einem Provisorium der übelsten Art. Das muss man anständig machen.»
Seine Airline habe große Probleme, damit die geplanten sechs täglichen Umsteigewellen anzubieten, sagte Mehdorn. Zum Beispiel müsse die Kofferverteilung verbessert werden. Außerdem seien Abstellpositionen für die zusätzlichen Flugzeuge notwendig, die die Airlines vom 3. Juni an einsetzen wollen.
Dennoch gab Mehdorn zu, dass der Air-Berlin-Flugplan auch bei den geltenden Öffnungszeiten unterzubringen ist. «Wenn man alles zusammenstaucht, ist es vielleicht noch möglich. Aber das macht die Risiken noch größer.» Probleme werde es besonders bei Schnee und Eis in Tegel geben. Verspätungen seien dann vorprogrammiert.
Air Berlin will Anfang nächster Woche ungefähre Kosten nennen, die durch die geplatzte Eröffnung entstehen. Mehdorn sagte, er habe dann ein Gespräch mit Flughafenchef Rainer Schwarz vereinbart. Air Berlin wolle diese Zusatzkosten nicht tragen, bekräftigte er. Wer den «Bockmist» gemacht habe, müsse auch dafür aufkommen.
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