Airlines legen EU-Beschwerde wegen Fluglotsenstreiks ein

24.07.2018 - 11:35 0 Kommentare

Easyjet, IAG, Ryanair und Wizz Air legen bei der EU Beschwerde wegen der Streiks von französischen Fluglotsen ein. Denn dadurch würden ungerechterweise auch Überflüge behindert.

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Der große Airline-Verbund IAG und die Billigflieger Easyjet, Ryanair sowie Wizz Air haben bei der EU-Kommission Beschwerden gegen Frankreich eingereicht. Ihrer Meinung nach schränkten die Streiks der französischen Fluglotsen das Grundprinzip der Freizügigkeit innerhalb der EU ein, heißt es in einer Mitteilung. Die Airlines sind der Meinung, dass Frankreich gegen das EU-Recht verstößt, indem es bei Streiks keine Überflüge über das Land ermöglicht.

IAG-Chef Willie Walsh sagte, dass das Streikrecht gegen das Recht auf Freizügigkeit abgewogen werden müsse. "Es sind nicht nur Kunden, die nach und von Frankreich fliegen, die von den Streiks der französischen Fluglotsen betroffen sind."

Für die europäischen Behörden sollte es höchste Priorität haben, sicherzustellen, dass Europa nicht länger wegen nationaler Fragen des Arbeitsrechts in Geiselhaft genommen werden.

József Váradi, CEO von Wizz Air

Auch Passagiere deren Flug Frankreich überfliegt, "insbesondere der große Luftraum über Marseille und dem Mittelmeer", seien ebenfalls von Verspätungen und massiven Störungen betroffen, so Walsh. Dies würde Airlines, Tourismus und Wirtschaft gleichermaßen treffen.

Ryanair strich im Mai 1100 Flüge

Ryanair hatte in der jüngsten Vergangenheit häufiger die Brüsseler Behörde zum Handeln aufgefordert. Denn wegen Fluglotsenstreiks musste der irische Billigflieger allein im Mai 1100 Verbindungen streichen. "Diese Störungen sind inakzeptabel und da muss die Kommission sicherzstellen, dass die Flugverkehrskontrollen voll besetzt sind und Überflüge bei nationalen Streiks nicht beeinträchtigt werden."

Easyjet-Chef Johan Lundgren betonte zudem, dass man mit der Behörde bereits in Kontakt stehe, um Lösungen für die Probleme zu suchen. Dennoch verteidigt er die offizielle Beschwerde: "Leider hat sich die Situation für unsere Passagiere bisher kaum verbessert. Deshalb hielten wir es für notwendig, diesen nächsten Schritt zu gehen."

Ryanair stellt Unterschied zwischen Ländern heraus

O'Leary weist indes auf einen aus seiner Sicht Fehler im System hin: "Wenn Griechenland und Italien von Streiks der Fluglotsen betroffen sind, können Überflüge weiterhin regulär durchgeführt werden. Warum kann Frankreich nicht ebenso handeln?"

Erneut wiederholte der Airline-CEO den Vorwurf, deutsche und britische Flugsicherung würden sich "hinter ungünstigen Wetterbedingungen und Beschönigungen wie 'Kapazitätsbeschränkungen' verstecken" - dem konterte DFS-Operations-Chef Robert Schickling jüngst im Interview mit airliners.de.#

© DFS, Melanie Bauer Lesen Sie auch: "Die Branche steht unter Druck" Interview mit DFS-Operations-Chef Robert Schickling

In den Beschwerden führen die Airlines einen Präzedenzfall von 1997 an: Damals beschwerte sich Spanien bei der EU-Kommission, weil jahrelang Obst- und Gemüseexporte in die EU durch französische Landwirte verhindert wurden. Der EuGH entschied letztlich gegen Frankreich, da französische Behörden sich nicht gegen die Maßnahmen der Landwirte gewandt und den freien Warenverkehr sichergestellt hatten (Rechtssache C-265/95).

Von: cs
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