Jeder dritte Luftfahrtkonzern hat keine Digitalstrategie

03.06.2016 - 09:30 0 Kommentare

Unter den deutschen Luftfahrtunternehmen hat jedes dritte noch keine Digitalstrategie. Das ergab eine Bitkom-Befragung unter Geschäftsführern und Vorständen. Gefragt wurde auch nach den Gründen, die Innovationen der Konzerne verhindern.

Eine Frau surft mit ihrem Tablet an einem Flughafen. - © © Luxair Group -

Eine Frau surft mit ihrem Tablet an einem Flughafen. © Luxair Group

Ein Drittel der deutschen Luftfahrtunternehmen hat noch keine Digitalstrategie. Das geht aus einer Umfrage unter mehr als 100 Experten hervor, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden Vorstände und Geschäftsführer von deutschen Luftfahrtkonzernen.

Immerhin: 41 Prozent haben eine zentrale Strategie für verschiedene Aspekte der Digitalisierung, 27 Prozent verfügen über Teilstrategien. Einig sind sich die Vorstände und Geschäftsführer darin, dass die Digitalisierung eher eine Chance (95 Prozent) als ein Risiko ist (4 Prozent).

Airlines und Airports bauen digitales Angebot aus

Die Digitalisierung spielt auch in der Luftfahrbranche eine immer größer werdende Rolle. So bietet zum Beispiel der Flughafen Frankfurt seinen Kunden eine Shopping-App, außerdem gibt es am Airport mehrsprachige, interaktive Info-Tafeln.

Lufhansa wiederum hat in Berlin sogar einen Innovation Hub, wo Start-Ups entwickelt werden und sucht sich Projekt-Partner im Silicon Valley. Und die niederländische KLM verschickt Check-in-Bestätigungen und Boarding-Pässe auch per Facebook, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

© Airbus, H. Gousse Lesen Sie auch: Airbus will mit Startup-Unternehmen zusammenarbeiten

Bei der Bitkom-Befragung gaben jedoch auch zwei Drittel an, dass die deutschen Luftfahrtunternehmen zu sehr an traditionellen Geschäftsmodellen hängen. Auch fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung (61 Prozent) sowie mangelndes Know-how im Management der Luftfahrtkonzerne (34 Prozent) hemmen demnach die Einführung von Innovationen.

Bei einigen Themen waren sich die Befragten jedoch einig: So glauben fast alle daran, dass der vollautomatische Check-in mit Gepäckautomaten künftig verbreitet sein wird. Außerdem sind sie der Überzeugung, dass Passagiere in ein paar Jahren an Board über einen kostenfreien Internetzugang surfen können.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Passagier mit Koffern. Berlin sollte einen modernen In-Town-Check-In bekommen

    Gedankenflug In manchen Städten kann man Koffer in der Innenstadt abgeben. Das sollte es mit der BER-Eröffnung auch geben, findet airliners.de-Autor Andreas Sebayang. Denn gerade in Berlin gibt es besonders viele Einsteiger.

    Vom 27.05.2019
  • Reisende stehen am Haupteingang des Flughafen Schiphol in Amsterdam (Archivfoto). Amsterdam darf Airlines nicht zum Umzug zwingen

    Der Flughafen Amsterdam operiert am Limit. Damit KLM weiter wachsen kann, baut die Schiphol-Group einen Ausweichflughafen und will Fluggesellschaften zum Umzug bewegen. Das machen aber weder die Airlines noch die EU-Kommission mit.

    Vom 14.05.2019

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus