Flugzeug muss nicht für lange Warteschleifen getankt haben

08.03.2016 - 12:00 0 Kommentare

Eine Airline ist verpflichtet, ein Flugzeug mit Treibstoff für Warteschleifen bis zum Abziehen des Unwetters zu betanken - dieser Meinung war die Klägerin und forderte eine Ausgleichszahlung. Ein Gericht sah das anders.

Gewitterwolken türmen sich über einem landenden Flugzeug auf. - © © dpa - Federico Gambarini

Gewitterwolken türmen sich über einem landenden Flugzeug auf. © dpa /Federico Gambarini

Ein Flugzeug kann wegen eines Gewitters nicht landen, muss auf einen anderen Flughafen ausweichen, und die Reise verspätet sich dadurch um mehrere Stunden: In diesem Fall muss die Airline für die Verzögerung keine Entschädigung bezahlen. Das Unwetter ist in diesem Fall ein außergewöhnlicher Umstand, urteilte das Landgericht Darmstadt (Az.: 7 S 52/15).

In dem verhandelten Fall war die Klägerin von Frankfurt nach Korfu geflogen. Bereits beim Start wusste man von einem Gewitter über der griechischen Insel. Die Maschine konnte nicht landen und flog nach Athen, um dort aufgetankt zu werden. Sie erreichte Korfu mit einer Verspätung von mehr als vier Stunden.

Klägerin wollte Ausgleichszahlung

Die Klägerin prangerte an, dass das Flugzeug nicht genug Reservetreibstoff an Bord hatte, um über Korfu Warteschleifen zu fliegen, bis die Landung möglich war. Sie forderte daher eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht.

Doch das Gericht gab der Fluggesellschaft recht: Das Gewitter war ein außergewöhnlicher Umstand. Die Airline sei nicht verpflichtet gewesen, das Flugzeug mit Treibstoff für Warteschleifen bis zum Abziehen des Unwetters zu betanken. Denn es sei oft nicht absehbar, wann ein Gewitter vorbei ist.

Von: ch, dpa
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