Airline-Chef Lesjak: "Niki ist kein Billigflieger"

13.08.2013 - 17:21 0 Kommentare

Die Air-Berlin-Tochter Niki setzt weiter auf ein eigenes Erscheinungsbild. Die Marke wird im österreichischen Markt als äußerst wertvoll angesehen. Nicht nur ein Rebranding wird es deshalb nicht geben.

Christian Lesjak

Christian Lesjak
© Niki

Niki Embraer 190

Niki Embraer 190
© AirTeamImages.com - Danijel Jovanovic

Die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki wird entgegen anderslautender Gerüchte das Kabinenpersonal nicht mit Uniformen der Muttergesellschaft ausstatten, wie Geschäftsführer Christian Lesjak gegenüber dem österreichischen Branchenportal „Austrian Aviation Net" klarstellte: "Das ist ein altes Thema, jedoch wird die österreichische Identität von Niki innerhalb der Air Berlin Group erhalten bleiben. Unsere Crews werden definitiv keine Air-Berlin-Uniformen bekommen."

Ein seit der Vollübernahme durch den deutschen Luftfahrtkonzern kolportiertes Rebranding in den Markenauftritt der Muttergesellschaft soll es ebenfalls nicht geben. "Die Marke Niki wird von unserer Eigentümerin als äußerst wertvoll auf dem österreichischen Markt angesehen", so Christian Lesjak. Vielmehr habe man den Werbeauftritt der Airline gemäß der Neuausrichtung der Firmengruppe verändert.

So sieht der österreichische Fluglinienmanager Niki nicht als Billigfluggesellschaft, sondern als Teil eines Netzwerk-Carriers. "Vor einigen Jahren noch trat Air Berlin als eine Mischung als Low-Coster und Ferienfluggesellchaft auf. Der Konzern entwickelte Hubs und Umsteigeverkehre und wurde eine Netzwerkairline. Niki ist Teil dieses Netzwerks mit österreichischen Besonderheiten innerhalb der Air Berlin Group." Dabei sprach Lesjak auch an, dass Niki gegenüber Muttergesellschaft Air Berlin deutlich mehr in das Kabinenprodukt investieren würde.

Mit Russland-Flügen mehr als zufrieden

"Wir konnten unsere Moskau-Flüge nach langen Verhandlungen aufstocken und sind mit der Entwicklung mehr als zufrieden. Die Strecke läuft sehr gut und liegt über den Erwartungen", freut sich Niki-Chef Christian Lesjak. Man habe sich vor einigen Jahren alle drei Flughäfen der russischen Hauptstadt im Detail angesehen und sich aufgrund des bereits damals privatwirtschaftlich geführten Airports für Domodedovo entschieden. "Durch unsere Flugzeiten bieten wir unseren Passagieren kalkulierbare Anreisezeiten zum Flughafen Domodedovo. Man kann rund 45 Minuten rechnen. Zu den Stoßzeiten steckt man rund um Moskau durchaus stundenlang im Stau", so Lesjak.

Direktflüge von Wien hinein in das Drehkreuz von Etihad Airways in Abu Dhabi werden seit längerem für eine mögliche Weiterentwicklung des Niki-Standorts in Wien gehalten. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass Niki in absehbarer Zeit für diesen Zweck ein Langstreckenflugzeug erhalten könnte. Geschäftsführer Christian Lesjak bestätigte, dass dies natürlich ein Wunsch bei Niki wäre. "Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich solche Überlegungen allerdings noch nicht kommentieren", rudert Christian Lesjak eventuelle Euphorie zurück.

Keine Flüge nach London

Zwischen Wien und London-City führe Austrian Airlines bis vor einigen Jahren Flüge mit Fokker 70 durch. Da Maschinen des Typs Embraer 190 grundsätzlich für London-City zugelassen sind, liegt die Vermutung durchaus nahe, dass Niki an solchen Flügen werkeln könnte, doch Lesjak stellt klar: "Flüge nach London-City wären natürlich ein perfektes Angebot, doch meiner Meinung nach ist ab Wien kein ausreichender Markt vorhanden." Allerdings ist dies nicht der einzige Grund warum Niki keine Flüge nach London-City anbieten wird: "Unsere Maschinen des Typs Embraer 190 können London-City in dieser Konfiguaration nicht anfliegen. Dazu ist ein zusätzliches Equipment-Kit notwendig, das im Grunde ein weiterer Knopf im Cockpit ist, um mit steilerem Steigwinkel fliegen zu können. Genau diesen haben unsere Embraer 190 nicht."

Von: Austrian Aviation Net, airliners.de
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